Virtuelle Anteile: Axel Springer launcht neues Programm

Das Virtual Employee Participation Programm ermöglicht den Mitarbeitern eine Beteiligung an der gemeinsam erarbeiteten Unternehmensentwicklung
Foto: © WrightStudio - stock.adobe.com

Das Virtual Employee Participation Program (VEP) von Axel Springer SE ermöglicht den Mitarbeitern eine Beteiligung an der gemeinsam erarbeiteten Unternehmensentwicklung über eine innovative virtuelle Lösung und ohne Verlustrisiko.

Das Virtual Employee Participation Program (VEP) ist das neue Mitarbeiterbeteiligungsprogramm des Axel Springer-Konzerns. Es wird
zunächst in Deutschland und Großbritannien angeboten. Teilnehmende investieren ab Dezember 2021 einen Teil ihrer Bruttomonatsgrundvergütung über grundsätzlich 36 Monate in virtuelle Anteile der Axel Springer SE. Bei Auszahlung haben sie die Möglichkeit, finanziell von einer positiven Wertentwicklung ihrer virtuellen Anteile und von möglichen virtuellen Dividenden zu profitieren. In 35 Jahren als börsennotiertes Unternehmen konnteM der Konzern seinen Wert – und damit jenen der Aktien – signifikant steigern. Im Frühjahr 2020 hat sich die Axel Springer SE von der Börse verabschiedet, um neue geschäftliche Freiräume zu gewinnen und langfristige Ziele besser ansteuern zu können. Die Axel Springer SE ist weiterhin eine Aktiengesellschaft, aber es gibt aktuell keine Aktien im Streubesitz.

Bild: © Axel Springer

Lösung nach Delisting: virtuelle Anteile

„Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Axel Springer-Konzerns erneut eine Beteiligung am Unternehmen zu ermöglichen, haben wir eine innovative, virtuelle Lösung entwickelt: Im Rahmen des neuen Virtual Employee Participation Program können teilnahmeberechtigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in virtuelle Anteile der Axel Springer SE investieren“, sagt Ruth Löhmann, Head of Global Rewards Management. „Wer am Programm teilnimmt, hat somit trotz Delistings die Chance, von unserer gemeinsam erreichten positiven Unternehmensentwicklung zu profitieren.“ Das VEP wird einmalig angeboten.
Investiert wird ein individuell festgelegter Betrag, den Teilnehmende flexibel zwischen 100 und maximal 2.000 EUR brutto pro Monat wählen können (höchstens jedoch 20% der Monatsgrundvergütung). Dieser Finanzierungsbetrag wird ab Dezember 2021 während der sogenannten Finanzierungsperiode über grundsätzlich 36 Monate in virtuelle Anteile der Axel Springer SE angelegt. Teilnehmende investieren einen Bruttobetrag durch einen zu vereinbarenden Gehaltsverzicht. „Dadurch können gegenüber einer Nettoinvestition mehr virtuelle Anteile zugeteilt werden“, erläutert Löhmann. Erst bei Auszahlung aus dem VEP fallen auf alle Zahlungen Lohnsteuer und Sozialabgaben an.

Abhängig von der Höhe der über die gesamte Finanzierungsperiode zu leistenden Beträge wird den Teilnehmenden zum Start des Programms eine bestimmte Anzahl an virtuellen Anteilen zugeteilt. Somit können sie schon von Anfang an von möglichen virtuellen Dividenden profitieren, unabhängig davon, um welche Beträge die Bruttomonatsgrundvergütung bereits tatsächlich reduziert wurde beziehungsweise wie viele virtuelle Anteile „finanziert“ wurden.

Besonderheit: Teilnahme ohne Kurs- und Verlustrisiko

Die Teilnahme ist ohne Verlust- beziehungsweise Kursrisiko: Zurückgezahlt wird in jedem Fall, also auch bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Unternehmen, mindestens die Summe aller geleisteten Finanzierungsbeträge abzüglich anfallender Lohnsteuer und Sozialabgaben. Bei Eintritt eines sogenannten Bewertungsereignisses haben Teilnehmende einen Zahlungsanspruch auf den Zeitwert ihrer Anteile zuzüglich eventueller virtueller Dividenden abzüglich anfallender Lohnsteuer und Sozialabgaben. Zum optionalen Fälligkeitszeitpunkt, dem 31. Dezember 2025, haben die Teilnehmenden zusätzlich einmalig die Möglichkeit, vorzeitig die Auszahlung aus dem VEP zu verlangen. Spätestens nach dem Endfälligkeitszeitpunkt des Programms, dem 31. Dezember 2030, erhalten Teilnehmende ihre Auszahlung.

Steckbrief Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Axel Springer SE
Jahr der Einführung: 2021
Programmtyp: virtuelles Beteiligungsprogramm
Diskont/Rabatt/Match/Zuschuss: Finanzierung von virtuellen Unternehmensanteilen
und Profit bei Wertsteigerung je Anteil zum
Zeitpunkt des Programmendes sowie von
möglichen virtuellen Dividenden
Programmmerkmale:
  • 36 Monate Finanzierungsphase (von Bruttomonatsgrundvergütung)
  • Bewertungsereignisse beenden das Programm gegebenenfalls vorzeitig
  • erste vorzeitige Beendigung des Programms
  • (freiwillig) anno 2025
  • Programmende 2030
  • mögliche virtuelle Dividenden über Laufzeit ab Programmstart für alle zu finanzierenden Anteile während Finanzierungsphase
Nutzung steuerlicher Freibeträge: Nein
Haltefrist: bis 2025 beziehungsweise 2030
Angebotsfrequenz: einmalig (Stand: November 2021)
Zahl Teilnahmeberechtigte: circa 8.000
Teilnahmequote: Keine Angabe
Länderabdeckung:
  • Deutschland
  • Großbritannien
Besonderheiten:
  • Finanzierungsphase von 36 Monaten
  • lange Bindung (ohne Bewertungsevent bis mindestens 2025)
  • Einbehalt von Bruttomonatsgrundvergütung(mehr Anteile gegenüber Nettoinvestition)
  • kein Verlust- oder Kursrisiko
Administration:
  • Eigenadministration
  • Global Shares

Breite kommunikative Begleitung

Um den Mitarbeitern eine gut informierte Entscheidung zu ermöglichen, hat Axel Springer umfangreiche Aufklärungsarbeit geleistet. „Uns war es besonders wichtig, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Programm trotz seiner Komplexität möglichst leicht verständlich zu machen“, erläutert Löhmann. Teilnahmeberechtigte wurden umfassend per E-Mail und über mehrere Artikel im Blogformat auf der Corporate Website über das VEP informiert. Zusätzlich fanden zahlreiche virtuelle und Liveveranstaltungen statt, um sicherzustellen, dass das VEP der gesamten Zielgruppe als besonderes Angebot ihres Arbeitgebers bekannt ist.

Als Expertin für die Kommunikation von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen hat Axel Springer die Unequity GmbH hinzugezogen. Das Team rund um Simone Schmitt-Schillig entwickelte eine umfassende strategische und kreative Kommunikationskampagne. Aus zeitlichen Gründen – aber auch, um den Anspruch des Konzerns als Digital Leader zu unterstreichen – erfolgte die gesamte Kommunikation ausschließlich in digitaler Form. Knapp 8.000 Mitarbeiter waren im ersten Roll-out eingeladen, am VEP teilzunehmen. Die Erwartungen an die Teilnehmerzahlen wurden übertroffen; letzten Endes wurden sogar jene des vorherigen Programms überboten. Das Interesse, ablesbar auch an den Klickraten, war groß und die Resonanz fiel durchweg positiv aus.


KURZPROFIL AXEL SPRINGER SE

Gründungsjahr: 1946
Branche: Medien
Unternehmenssitz: Berlin
Umsatz 2020: ca. 2,9 Mrd. EUR
Mitarbeiterzahl: ca. 16.000
www.axelspringer.com


Der Beitrag ist Teil des Spezials „Mitarbeiterbeteiligung 2021“.

Autorenprofil
Stefan Preuß
Vorheriger ArtikelBereits elf Energieversorger in kurzer Zeit insolvent
Nächster ArtikelMarmorin wird Teil von Schock