Die Politik ist jetzt gefordert

Das Thema soziale Gerechtigkeit hat im Wahlkampf eine bedeutende Rolle gespielt. Nun muss sich zeigen, auf welche Lösungen sich die künftigen Regierungsparteien einigen können. Die stärkere Beteiligung der Mitarbeiter am Produktivkapital ihrer Unternehmen ist ein wichtiger Ansatzpunkt.

Aktienbesitz steuerlich attraktiver machen

Flankierend hierzu sind weitere Maßnahmen notwendig. Statt über die Abschaffung der Abgeltungsteuer zu diskutieren, müssen geeignete steuerliche Instrumente den langfristigen Aktienbesitz attraktiver machen. Dazu gehört die Wiedereinführung einer Spekulationsfrist, die 2009 mit der Abgeltungsteuer abgeschafft wurde. Danach wären Veräußerungsgewinne ab einer bestimmten Haltefrist wieder steuerfrei. Gleiches muss für Dividenden gelten, wenn diese nicht konsumiert, sondern wieder in Aktien des eigenen oder eines anderen Unternehmens angelegt werden.


„Das Thema Aktien- und Beteiligungskultur muss dringend auf die Agenda der neuen Bundesregierung.“


Fazit

Das Thema Aktien- und Beteiligungskultur muss dringend auf die Agenda der neuen Bundesregierung. Wenn sich die Schere zwischen Arbeits- und Kapitaleinkommen weiter öffnet, ist es unabdingbar, die Arbeitnehmer zu Kapitaleignern zu machen. Was wir brauchen, ist eine Neuauflage des Mitarbeiterkapitalbeteiligungsgesetzes von 2009, mit dem die Politik aufgrund einer wenig beherzten Erhöhung des steuer- und abgabenfreien Betrags damals deutlich zu kurz gesprungen ist. Hierfür müssen schnell die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden.


Zur Person

Dr. Norbert Kuhn, Diplom-Volkswirt und Diplom-Politologe, ist Leiter Unternehmensfinanzierung beim Deutschen Aktieninstitut.

www.dai.de

 

 

 

 

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