Die Automobilindustrie steht vor großen Veränderungen. Die technologische Entwicklung scheint einigermaßen vorhersehbar. Keiner weiß aber, welche Player und Geschäftsmodelle die Zukunft bestimmen. Sicher ist: M&A wird eine Rolle bei der Transformation spielen. Was bedeutet das für mittelständische Automobil-Zulieferer?

Manches wird sich so ändern, dass es mit technologischer Fortentwicklung nicht getan ist: Ein Bremsenhersteller kann womöglich mit neuem Design und anderen Materialien neue, leichtere Bremsscheiben entwickeln. Aus tiefgezogenen Blechen lassen sich aber nun einmal keine Karbonbauteile machen. Insofern müssen sich die Eigner und Manager grundsätzliche Fragen stellen. Auch die nach der Existenzberechtigung eines Unternehmens in seiner bisherigen Form.

Daran führt kein Weg vorbei, selbst wenn man nicht nur auf die Automobilindustrie fokussiert sein sollte. Auch in Industrien wie dem Maschinenbau finden ganz ähnliche Entwicklungen statt.

Für das Dilemma gibt es Lösungen, aber radikale Veränderungen sind bekanntlich mit Risiko verbunden und wollen wohlüberlegt sein: Joint Ventures und M&A-Transaktionen bis hin zum Verkauf des eigenen Unternehmens können ein Weg sein, gehören aber nicht zum bevorzugten strategischen Instrumentarium im Mittelstand. Die Herausforderungen sind jedoch derart groß, dass es keine Scheuklappen geben darf.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Nichtstun wird oft noch eine Zeit lang gut gehen. Aber möglicherweise vergibt man dabei Chancen: Es gibt ausreichend Interessenten für Unternehmen mit erprobten Technologien, auch wenn deren Halbwertszeit absehbar ist. China etwa will vor dem Hintergrund der Strategie „Made in China 2025“ einen gewaltigen Sprung schaffen, für den oft Zwischenschritte erforderlich sind.