Der deutsche Markt für Fusionen und Übernahmen ist in Bewegung. Finanzinvestoren und Strategen aus dem In- und Ausland sind nicht nur an Großunternehmen, sondern vor allem an mittelständischen Firmen interessiert. Woher die Käufer kommen – und was Mittelständler zum Verkauf treibt.


Martin Schwarzer„Betrachtet man die strategischen Firmenkäufer, so fallen zuerst chinesische Unternehmen ins Auge.“

Martin Schwarzer, Partner Mergers &  Acquisitions, PwC Deutschland

 


Ähnlich wie damals tummeln sich auch heute wieder zahlreiche Investoren am deutschen M&A-Markt. Sie richten ihr Augenmerk nicht nur auf große Unternehmen, sondern ebenso auf Mittelständler. „Finanzinvestoren sind natürlich immer noch dabei“, sagt Martin Schwarzer, Partner Merger & Acquisitions bei PwC Deutschland. Allerdings liegt der Anteil der Übernahmen deutscher Familienunternehmen durch diese Investorengruppe nur noch bei etwa 20 Prozent. Der geringe Prozentsatz erklärt sich vor allem daraus, dass Mittelständler, die ihre Firma veräußern wollen oder müssen, eher nach strategischen Investoren, nach anderen Unternehmen also, suchen. Auch Family Offices gewähren sie daher meist nur eine Minderheitsbeteiligung an der eigenen Firma, selten aber die Übernahme von 100 Prozent der Anteile.

Chinesen auf dem Vormarsch

„Betrachtet man die strategischen Firmenkäufer, so fallen zuerst chinesische Unternehmen ins Auge“, sagt Schwarzer. Zahlen belegen es. So zeigt eine Analyse von PwC, dass chinesische Unternehmen zwischen Januar und Mai 2016 30 deutsche Firmen erworben haben, das Transaktionsvolumen belief sich auf 3,4 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr 2015 waren es 17 Transaktionen mit einem Volumen von zusammen 500 Mio. Euro. „Nach aktuellen Schätzungen werden wir im laufenden Jahr etwa 60 Übernahmen durch chinesische Unternehmen sehen“, vermutet Schwarzer. Strategische Investoren aus dem Reich der Mitte hätten, ebenso wie auch nordamerikanische Unternehmen, sehr hohe Budgets für anorganisches Wachstum. „Was hiesige Mittelständler für diese Investoren interessant macht, sind im Zuge der fortschreitenden Globalisierung das technische Know-how und ihr Zugang zu wichtigen europäischen Kunden“, erläutert Schwarzer. Zudem schätzen sie die wirtschaftliche und politische Stabilität in Deutschland.

(Quelle: PwC)
(Quelle: PwC)