Besser absichern

Marktchancen lassen sich nur dann auf Dauer nutzen, wenn Finanzierung und Liquidität gewährleistet sind. Da die Bedeutung der Geschäfte auf offenes Zahlungsziel auch international weiter stark steigen wird, ist die Absicherung des Forderungsausfallrisikos wichtig.

Gefährlich ist auch die Vereinbarung lokalen Rechts und lokaler Gerichte. Nicht nur etwa in Rumänien dauert ein Prozess Jahre. Empfehlenswerter ist daher die Vereinbarung eines Schiedsgerichts gemäß den Bestimmungen der Internationalen Handelskammer (ICC). Strikte und schnelle Mahnungen sind heute das Gebot der Stunde. Niemand verliert Kunden, wenn er auf die vereinbarte Zahlungsmodalität besteht. In vielen Ländern kann man säumige Zahler nur mit lokalen und etablierten Inkassoinstituten mit internationalem Netzwerk erfolgreich zur Zahlung bewegen. Ein Schreiben eines deutschen Anwalts wird wenig ausrichten. Ebenso wenig sollte man dubiose Inkassodienste bemühen. Das negative Image fällt schnell auf einen selbst zurück.

Fazit

Trotz aller Risiken: Der Schritt in den Export bietet auch nach der Finanzkrise gute Chancen für neue Geschäfte. Allerdings muss man die Besonderheiten der einzelnen Märkte kennen: Hilfreich ist die Zusammenarbeit mit Kammern und Verbänden sowie eine konsequente Absicherung der Forderungen. Hier gibt es bei Kreditversicherern auch Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen.


Zur Person

Eberhard Ehret ist Diplom-Betriebswirt (FH) und seit mehr als 39 Jahren in verschiedenen Funktionen für den internationalen Kreditversicherer Coface tätig. Aktuell ist er in der Deutschland-Niederlassung in Mainz zuständig für die Absicherung von Investitionsgütern.

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