Bizerba Gebäude in Balingen: Auf der Schwäbischen Alb entwickelt das Unternehmen seine Hightech-Produkte.
Bizerba Gebäude in Balingen: Auf der Schwäbischen Alb entwickelt das Unternehmen seine Hightech-Produkte.

Wie sind Sie bei der Internationalisierung vorgegangen?

Wir haben die Zeit in den 80er und 90er Jahren genutzt, um uns in Europa breit zu machen und zum führenden Unternehmen zu avancieren. In der nächsten Phase, Anfang der 2000er Jahre, sind wir sehr stark in Nordamerika gewachsen. Hinter Deutschland ist das unser zweitstärkster Markt. Derzeit ist er unser Wachstumstreiber. Die europäischen Länder stagnieren eher. Seit 2007 haben wir uns darauf vorbereitet, die nächste Wachstumswelle in Asien einzuleiten.


Wie weit sind Sie dort?

Momentan ist der lokale Absatzmarkt noch nicht so stark. In den kommenden zwei, drei Jahren soll aus China heraus die nächste Wachstumswelle kommen. Schnell sind wir zum Ergebnis gekommen, dass das nur gelingt, wenn wir vor Ort sind und sowohl für den heimischen Markt dort als auch für andere Länder in Europa und Nordamerika produzieren. Mittlerweile arbeiten dort 150 Mitarbeiter. Mit dieser Doppelstrategie fahren wir sehr gut. Der chinesische Markt ist zwar noch nicht der Wachstumstreiber. Er soll es aber werden.

Woran liegt es, dass der chinesische Markt noch nicht richtig läuft?

Zum einen sind wir relativ spät in den Markt eingetreten. Unsere Konkurrenten waren fünf bis zehn Jahre früher am Start. Zum anderen ist der Markt in der Breite immer noch sehr preissensitiv und auf günstigere Produkte ausgelegt. Darauf liegt nicht unser Fokus. Zudem ist in China ein riesiges Land. Es dauert eine Weile, bis man dort eine Infrastruktur aufgebaut hat. Der Service rund um die Produkte ist für uns sehr wichtig. In China bauen wir momentan unser Netz auf. Deswegen ist der Markteintritt nicht ganz einfach.

Müssen die Mitarbeiter in Balingen durch die Internationalisierung um ihren Arbeitsplatz fürchten?

Nein. Durch die Expansion in andere Märkte haben wir in Deutschland sogar Arbeitsplätze geschaffen. Die neuen Geschäftsfelder sorgen für Stabilität. High-End-Produkte kommen auch weiterhin aus Deutschland. Durch die Produktergänzung aus China sind wir breiter und besser aufgestellt.

Auch in Südamerika wollen Sie wachsen. Was macht den Markt dort für Sie so interessant?

Die Kultur und die Essgewohnheiten etwa in Brasilien ähneln unseren doch sehr. Deswegen ist der Markt für uns prädestiniert. Wir haben bereits eine Tochtergesellschaft in Argentinien, allerdings keine Produktionsstätte dort. Die können wir uns mittelfristig in Brasilien vorstellen.

Wie groß ist Ihr Auslandsanteil momentan?

Rechnet man unsere Leasinggesellschaft heraus, liegt der Auslandsumsatz jetzt schon bei 75 Prozent des Gesamtumsatzes. Wir gehen davon aus, dass sich das Verhältnis in den kommenden Jahren auf 80 zu 20 Prozent einpendeln wird. Kurzfristig wird Nordamerika stark wachsen. Mittelfristig soll das Wachstum aus China und Südamerika kommen.