Zum großen Sprung bereit: Bei ausländischen Standorten, bei denen akuter Handlungsbedarf besteht, kann ein Interimmanager helfen
Zum großen Sprung bereit: Bei ausländischen Standorten, bei denen akuter Handlungsbedarf besteht, kann ein Interimmanager helfen.

Internationale Präsenz an mehreren Standorten mit Vertrieb und Produktion will nicht nur aufgebaut, sondern auch erfolgreich gemanagt werden. Die Dynamik der verschiedenen Märkte kann die Management-Kapazität im Mutterhaus sehr unter Druck setzen. Was man tun kann, wenn der „perfekte Sturm“ loslegt.

Der deutsche Mittelstand hat sich bereits stark internationalisiert – größtenteils, um Marktchancen wahrzunehmen, Kostenvorteile zu generieren oder dem Kunden vor Ort zu folgen. Der Aufbau einer Organisation, in welcher Form auch immer, erfordert einen Kraftakt für den mittelständischen Unternehmer. Es gilt, vor Ort die wichtigsten Entscheidungen zu treffen, Standort sowie Gebäude aufzubauen, Schlüsselpersonen einzustellen und die Kontakte zu alten und neuen Kunden zu pflegen. Dies bindet Kapazitäten, die anderswo fehlen und Spuren hinterlassen, da andere Entscheidungen und Umsetzungen nicht vorangetrieben werden können. Sind die ersten Infrastrukturen erst einmal gebildet, reduziert sich der Aufwand deutlich.


Ein Mehr an Aufwand im Management

Kommt es zu Veränderungen oder Krisen, bedeutet die Koordination verschiedener Standorte erfahrungsgemäß vor allem für den klassischen Mittelständler einen hohen Aufwand.

Da ist der Mittelständler, der eine Tochtergesellschaft mit 100 Mitarbeitern zur Produktion in China unterhält. Von einem Tag auf den anderen verabschiedet sich das dreiköpfige chinesische Führungsteam. Die Firma steht führungslos da. Und das in einer Situation, in der die Kunden auf eine zeitnahe Produktion bestehen.

Ein anderes Beispiel eines Mittelständlers, der den „perfekten Sturm“ zu bewältigen hatte: Fast zeitgleich wurde sowohl ein Korruptionsfall in der Geschäftsführung der koreanischen Tochtergesellschaft aufgedeckt als auch die USA-Tochter durch Wegfall eines Großauftrages schwer getroffen. Das Unternehmen musste in den Modus Krisenmanagement schalten, die Geschäftsführung wurde deshalb über Nacht ausgetauscht. Im deutschen Markt dagegen wurden aufgrund des starken Wachstums alle Management-Ressourcen dringend benötigt, um die wesentlich größeren Potenziale an Umsatz und Gewinn zu heben.

Management-Kapazität versus internationale Komplexität

Dies sind beispielhaft Situationen, die jedem international agierenden Mittelständler allzu bekannt sind und eines gemeinsam haben: Die erforderliche Management-Kapazität, um sich vor Ort um Krisen und Situationen zu kümmern, steht oft in keinem Verhältnis zum ökonomischen Nutzen.