Trends im Leasingsektor

Ob Dienstwagen oder Reisebusse, Müllwagen eines Entsorgungsunternehmens, Gabelstapler, LKW, Kopierer und Computeranlagen, Bau-, Druck- oder Werkzeugmaschinen, Zahnarztstuhl oder Röntgenapparate, Sonnenbänke und Kaffeemaschinen, Fitnessgeräte und Autowaschstraßen – täglich sind ungezählte Leasinggüter im Einsatz. Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig fortführen. Inzwischen wird ein Viertel der Ausrüstungsinvestitionen über Leasing realisiert. 2006 wuchs der Leasingmarkt um rund 8% auf ein Neugeschäftsvolumen von 54 Mrd. Euro.

Von Friedhelm Westebbe, Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen

Ob Dienstwagen oder Reisebusse, Müllwagen eines Entsorgungsunternehmens, Gabelstapler, LKW, Kopierer und Computeranlagen, Bau-, Druck- oder Werkzeugmaschinen, Zahnarztstuhl oder Röntgenapparate, Sonnenbänke und Kaffeemaschinen, Fitnessgeräte und Autowaschstraßen – täglich sind ungezählte Leasinggüter im Einsatz. Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig fortführen. Inzwischen wird ein Viertel der Ausrüstungsinvestitionen über Leasing realisiert. 2006 wuchs der Leasingmarkt um rund 8% auf ein Neugeschäftsvolumen von 54 Mrd. Euro.

Leasing erhält Liquidität

Die alternative Finanzierungsform Leasing ist gar nicht mehr aus dem Wirtschaftsalltag in Deutschland und allen entwickelten Volkswirtschaften wegzudenken und in der Mittelstandsfinanzierung zunehmend gefragt. Längst hat sich der Gedanke durchgesetzt, dass nicht das Eigentum, sondern die Nutzungsrechte an einem Wirtschaftsgut Werte schaffen. Die Vorteile sind vielfältig: Leasing erhält die Liquidität, belastet nicht das Eigenkapital, schont Kreditlinien und schafft durch fest vereinbarte Leasingraten eine hohe Planungssicherheit. Bei Leasing wird das Objekt nur zeitlich überlassen. Nach Ablauf der Leasingdauer wird das genutzte Wirtschaftsgut zurückgegeben oder kann gegen ein technisch neues ausgetauscht werden. Für Mittelständler ist dies interessant, wenn in neue, moderne Anlagen investiert wird. Oder wenn es darum geht, stets auf dem neuesten technischen Stand zu sein und z. B. Computer, Dienstwagen oder Maschinen nach nur kurzer Zeit auszutauschen.

Vielfältig einsetzbar

Dank innovativer Produktentwicklungen gibt es kaum ein Wirtschaftsgut, das sich nicht per Leasing anschaffen lässt. Neben den klassischen Mobilien und Immobilien – Fahrzeuge, Maschinen, Computer-Hardware, Einrichtung sowie Gebäude – sind Leasinglösungen auch für immaterielle Güter verfügbar. Das Spektrum reicht hier von Software über Marken- und Patentrechte bis zur Vorfinanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Als professionelle Investoren sind Leasingunternehmen ausgewiesene Kenner der Investitionsgütermärkte und verfügen über umfassende Objektkompetenz. Die Nähe zum Kunden verschafft ihnen ein Gespür für Trends und aktuelle Entwicklungen sowohl auf Anbieter- als auch auf Nachfragerseite. So können Leasingunternehmen besonders schnell und flexibel reagieren und individuelle Lösungen anbieten, die den speziellen Anforderungen einzelner Branchen oder Unternehmen gerecht werden. Dabei übernehmen sie mehr und mehr die Rolle eines partnerschaftlichen Beraters, der unter Berücksichtigung aller betriebswirtschaftlich relevanten Aspekte gemeinsam mit dem Kunden mögliche Einsparungspotenziale identifiziert und mit Hilfe einer ebenso transparenten wie flexiblen Leasing-Vertragsgestaltung für eine optimale Kostenstruktur sorgt.

Kundenorientierte Vertragsformen

In den ersten Jahren nach der Einführung des Leasing wurden überwiegend Finanzierungs-Leasing-Verträge abgeschlossen. Unter diesem Begriff werden in Deutschland Verträge mit Mietvertragscharakter von mittel- oder langfristiger Dauer subsumiert, deren Grundmietzeit kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Leasingobjektes und die auf die Vollamortisation des Leasinggegenstandes durch den Leasingnehmer ausgerichtet sind.
Inzwischen gewinnen Operating-Leasingverträge zunehmend an Bedeutung. Nach finanzwirtschaftlichem Verständnis steht dieser Begriff allgemein für Leasingverträge, bei denen der Leasinggeber das Wertverlustrisiko des Leasingobjektes trägt. Die Vollamortisation tritt hier erst durch den Abschluss eines neuen (Verlängerungs-)Leasingvertrages oder durch eine Objektverwertung in eigener Verantwortung der Leasinggesellschaft ein. Diese Vertragsvarianten werden verstärkt im IT- und PKW-Leasingbereich besonders im Zusammenhang mit Servicekomponenten nachgefragt.

Full Service-Angebote

Die Akzeptanz von Leasing als Investitionsalternative insbesondere im Mittelstand wächst weiter. Leasing ist längst mehr als reine Finanzierung. Vielmehr rücken weitere strategische Vorteile in den Vordergrund. So bieten die Leasinggesellschaften umfangreiche Servicepakete an, die immer stärker nachgefragt werden. Das Angebot umfasst eine Vielzahl von Dienstleistungen rund um das Leasingobjekt. Weit verbreitet sind Full Service-Leasingverträge schon bei Fahrzeugen und EDV-Ausstattungen. Die Kombination verschiedener Servicemodule kann den Kunden von Aufgaben entlasten, die nicht direkt mit seiner Geschäftstätigkeit zusammenhängen, aber auf die Funktionsfähigkeit und den Erhaltungszustand des Leasingobjektes unmittelbaren Einfluss nehmen. In den vergangenen Jahren gingen fast alle Leasinggesellschaften dazu über, mit dem Fahrzeug auch gleichzeitig ein „Rundum-Sorglos-Paket“ anzubieten. Dieses umfasst z. B. Wartungs-, Reparatur- und Versicherungskosten, Ersatzfahrzeug, Tankkartenvermittlung und Online-Reporting. Ein solches Service-Angebot rentiert sich besonders für mittelständische Unternehmen mit kleinem Fuhrpark.

Small Ticket-Leasing

Wer bei Leasing aber nur an Dienstwagen oder Nutzungsfahrzeuge, Produktionsmaschinen oder Immobilien denkt, irrt. Auch Investitionen im Wert zwischen 500 und 5.000 Euro werden zunehmend über Leasing realisiert. Ob Fitnessgeräte, Kaffeeautomaten, Hochdruckreiniger, Kassensysteme oder Computer und Büromaschinen — viele Produkte mit geringen Anschaffungswerten lassen sich leasen. Und die Hersteller und Anbieter dieser Produkte fördern ihren Absatz durch die Kombination des Produktangebotes mit einem passenden Leasingangebot. Die niedrige monatliche Rate für die Nutzung ist ein sehr erfolgreiches Verkaufsargument. Standardisierte Verfahren und Internetabwicklung machen es möglich. Viele Leasinggesellschaften haben diese Produkte in ihrem Angebot und erwarten in den kommenden Jahren Wachstum für diesen Bereich. Für einige kleinere Gesellschaften ist das sogenannte Small Ticket-Geschäft sogar eine Nische, in der sie den Löwenanteil ihres Geschäfts abwickeln. Die Kunden kommen vor allem aus Handel, verarbeitendem Gewerbe, Tourismus, Hotel- und Gaststättengewerbe. Mit Hilfe des Small Ticket-Geschäfts kann das klassische Angebot erweitert und der gesamte Investitionsrahmen mittelständischer Unternehmen abgedeckt werden.

Begleitung der Kunden ins Ausland

Die Erweiterung der EU zunächst nach Süden und dann nach Osten hat für die deutschen Unternehmen nicht nur neue Märkte, sondern auch attraktive Produktionsstandorte erschlossen. Insbesondere Maschinenhersteller und -händler wollen die verstärkten Absatzmöglichkeiten ausschöpfen. Die Leasingbranche begleitet ihre Kunden ins Ausland, entweder über die Realisation eines Cross-Border-Vertrages oder eine Niederlassung im entsprechenden Land. Dabei sind Leasinggesellschaften auch strategische Partner: Sie können mit ihrem Know-how um die Ausrüstung und mit der Kenntnis internationaler Märkte den Vertragspartner strategisch beraten, insbesondere wenn sie selbst mit einer Auslandsniederlassung vor Ort sind und sich mit Land und Leuten sowie insbesondere der Sprache auskennen.

Autorenprofil

Friedhelm Westebbe (BDL@leasingverband.de) ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen in Berlin. Der BDL vertritt die Interessen der deutschen Leasingwirtschaft, seine rund 200 Mitgliedsunternehmen repräsentieren etwa 90% des Marktvolumens.
www.leasingverband.de

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