Mittelstand trotzt der Krise

Aus skandalösen Spekulationen mit amerikanischen Häusern entwickelte sich eine weltweite Banken- und Finanzmarktkrise. Rasch hatte sich das Feuer von seinem Ursprungsherd – dem US-Markt für schlecht besicherte Hypotheken – zu einem globalen Flächenbrand entwickelt. Die Banken verloren gegenseitiges Vertrauen, der Handel mit Kreditverbriefungen jeglicher Art geriet massiv unter Druck. Zahlreiche Kreditinstitute hatten sich mit faulen Immobilienkrediten verspekuliert und mussten Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen.

Riskante Geschäfte im amerikanischen Hypothekenmarkt brachten die US-Investmentbank Bear Stearns und die deutsche IKB an den Rand der Insolvenz -nur staatliche Rettungsaktionen konnten deren Untergang verhindern. Zuletzt – einen Tag vor Druckbeginn dieser Ausgabe – trat Ingrid Matthäus-Maier von ihrem Posten als Vorstandsvorsitzende der staatlichen KfW zurück, dem Großaktionär der IKB. Weltweit rechnen Experten insgesamt mit bis zu 600 Mrd. Dollar an Verlusten infolge dieser Bankenkrise.

Der deutsche Mittelstand hat sich bisher als robust erwiesen. Er trotzt nicht nur der internationalen Finanzkrise, sondern auch den Höhenflügen des Euro, steigenden Rohstoffpreisen und der eingetrübten US-Konjunktur. Auch auf die Unternehmensfinanzierung hat sich die Bankenkrise bisher nicht negativ ausgewirkt – von einer Kreditklemme etwa ist noch nichts zu spüren. Dennoch: Grund zur Sorglosigkeit besteht nicht, die Krise ist noch nicht ausgestanden, deren ganzes Ausmaß noch nicht absehbar.

Nun gilt es für den Mittelstand, sich gegenüber der ungewissen Zukunft zu rüsten. Dazu gehört auch ein ausgewogener Finanzierungsmix. Den Mittelständler bei der Auswahl geeigneter Instrumente zu unterstützen, ist primäres Ziel der vorliegenden Ausgabe „Mittelstandsfinanzierung 2008“. Sie beleuchtet aktuelle Trends in den Bereichen Fremdkapital, Private Equity, Mezzanine und die Auswirkungen der Subprimekrise.

Ich wünsche Ihnen eine Gewinn bringende und unterhaltsame Lektüre und freue mich auf Ihr Feedback!

Markus Hofelich
markus.hofelich@unternehmeredition.de

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