„Mezzanine-Kapital hat uns ermöglicht, bestehende Chancen zu nutzen“

Unternehmeredition: Warum haben Sie Mezzanine anstelle von Private Equity für die Finanzierung des Unternehmenswachstums gewählt?
Meutsch:
In der Vergangenheit haben wir bereits einmal durchaus sehr positive Erfahrungen mit Private Equity gesammelt, dabei waren die Prüfungen aus heutiger Sicht allerdings vergleichsweise langwierig und die Konditionen eher hoch. Als wir 2005 weiteres Wachstum solide finanziell absichern wollten, haben wir über die National Bank Kontakt zu Herrn Prof. Nelles von Conpair aufgenommen, die uns bei der Aufnahme von Wachstumskapital unterstützten und begleiteten. Das war letztlich auch der Grund, warum wir Mezzanine-Kapital gegenüber Private Equity den Vorzug gaben.


Unternehmeredition:
Warum wurde dabei ein Standardprogramm ausgewählt und kein individuell zugeschnittenes Programm? Was sprach für Programm-Mezzanine und insbesondere für H.E.A.T. von HSBC Trinkaus & Burkhardt?
Meutsch:
Nach Prüfung sämtlicher in Frage kommender Kapitalquellen stellte sich heraus, dass die Aufnahme von standardisiertem Mezzanine-Kapital die geeignete Lösung ist. Wir können standardisiertes Mezzanine bilanziell als wirtschaftliches Eigenkapital ausweisen. Außerdem müssen von uns keine Sicherheiten für das Kapital bereitgestellt werden, und die Konditionen sind im Vergleich zu Individual-Mezzanine attraktiver. Die langfristige Verfügbarkeit des Kapitals ist gewährleistet und der Rückzahlungszeitpunkt steht von vorneherein fest. Trotz des vergleichsweise geringeren Handlungsspielraums passte das Standard-Mezzanine von HSBC einfach am besten zu unserem Wachstumskurs.


Unternehmeredition:
Wann wurde das Kapital akquiriert und in welchem Umfang?
Meutsch: Wir erhielten insgesamt 12,5 Mio. Euro, sowohl als Genussrechtkapital als auch Nachrangdarlehen. Die Ausgestaltung entspricht dabei den Standards des H.E.A.T. II und H.E.A.T. III-Programms.

Unternehmeredition: Wie haben Sie den Due Diligence-Prozess und das Rating erlebt?
Meutsch:
Das Rating und der Due Diligence-Prozess wurden vom Kapitalgeber sehr transparent gehalten. Wir waren immer über den Stand der Prüfungen informiert. Insgesamt war der ganze Prozess für uns berechenbar und nachvollziehbar, wir hatten früh das Gefühl, dass die Sache in die richtige Richtung läuft.

Unternehmeredition: Zu welchem Zweck wurde das Mezanine-Kapital eingeworben, und welche Ziele konnten damit bereits realisiert werden?
Meutsch: Das Kapital haben wir zum Erwerb von Beteiligungen gebraucht. Wenn die Unabhängigkeit von der Bank erst einmal vergrößert ist, lässt sich unternehmerisches Wachstum einfach leichter und schneller realisieren. Der Erhalt des Mezzanine-Kapitals hat unsere Handlungsfähigkeit gestärkt und uns ermöglicht, bestehende Chancen zu nutzen. So konnten wir z. B. unsere Angebotspalette erweitern und uns insgesamt breiter im Markt aufstellen. Unsere Position als Mediendienstleister, der für seine Kunden PR-Konzepte entwickelt und gleichzeitig im Datenmanagement und als Verlag tätig ist, konnten wir durch die Finanzierung ebenfalls manifestieren.

Unternehmeredition: Welche Pläne besitzt das Unternehmen für die Zukunft?
Meutsch: Wir wollen natürlich unseren Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen, um insbesondere Tilgungsverpflichtungen nach sieben Jahren solide nachkommen zu können.

Unternehmeredition: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Marc Kley.
redaktion@unternehmeredition.de

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