2011 waren die deutschen M&A-Aktivitäten noch auf Wachstumskurs. Die Zahl der Deals stieg um 3,4% im Vergleich zum Vorjahr auf rund 1.330, wie M&A International, Kronberg, berichtet. Gleichzeitig erhöhte sich das geschätzte Transaktionsvolumen um rund 3% auf 109 Mrd. EUR. Auch der deutsche Private-Equity-Markt konnte 2011 ein Plus verbuchen. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) kletterten die Investitionen um 22% auf ca. 5,9 Mrd. EUR. Rund 1.200 zumeist kleine und mittlere Unternehmen wurden im Jahresverlauf mit Beteiligungskapital finanziert.

2012 hat sich die Stimmung in beiden Märkten jedoch merklich abgekühlt. Angesichts der ungelösten Staatsschuldenkrise in Europa und Rezessionsängsten bleibt der weitere Ausblick ungewiss. Unabhängig vom Auf und Ab der Konjunktur bleibt der strategische Bedarf an Fusionen und Übernahmen jedoch groß. Ein verschärfter Wettbewerb, hohe Kostenstrukturen, Konsolidierungszwang in vielen Branchen und die Herausforderung der Unternehmensnachfolge setzen den deutschen Mittelstand unter Handlungsdruck.

Vom speziellen Einzelfall hängt es ab, ob ein strategischer Käufer oder ein Finanzinvestor die richtige Lösung ist. Natürlich ist M&A kein Allheilmittel, aber deren gezielter Einsatz kann angesichts der fortschreitenden Globalisierung einen Vorsprung im Wettbewerb oder langfristig sogar das Überleben sichern. Private Equity kann jedoch auch unabhängig von einem vollständigen Verkauf für Mittelständler mit funktionierendem Geschäftsmodell und Wachstumspotenzial eine chancenreiche Option darstellen. Bei Minderheitsbeteiligungen können Finanzinvestoren als Sparringspartner über die reine Finanzierung hinaus dem Unternehmer einen operativen Mehrwert bieten, um neue Märkte zu erschließen oder neue Produkte zu entwickeln.