Die Preise steigen

Die zunehmende Öffnung des Mittelstands für Alternativen zu den klassischen Finanzierungsformen macht sich auch im Bereich Private Equity bemerkbar. Die frühere deutliche Zurückhaltung gegenüber PE-Investoren weicht zwar nicht von heute auf morgen. Aber mehr und mehr Unternehmen sehen die möglichen Vorteile, vor allem die Stärkung ihrer Eigenkapitaldecke. Zudem haben die zu erzielenden Preise für Firmenanteile angesichts üppiger Liquidität im PE-Markt angezogen.
Die zunehmende Öffnung des Mittelstands für Alternativen zu den klassischen Finanzierungsformen macht sich auch im Bereich Private Equity bemerkbar. Die frühere deutliche Zurückhaltung gegenüber PE-Investoren weicht zwar nicht von heute auf morgen. Aber mehr und mehr Unternehmen sehen die möglichen Vorteile, vor allem die Stärkung ihrer Eigenkapitaldecke. Zudem haben die zu erzielenden Preise für Firmenanteile angesichts üppiger Liquidität im PE-Markt angezogen.

Langsames Umdenken zu mehr Offenheit

Viele Mittelständler reagieren immer noch sehr zurückhaltend bei der Frage, ob sie sich beim Erschließen neuer Finanzierungsquellen auch mit dem Thema Private Equity befassen sollen. Die Scheu oder gar Angst, die Entscheidungshoheit mit fremden Investoren zu teilen bzw. sich in strategische Fragen hineinreden zu lassen, ist insbesondere bei inhabergeführten Unternehmen immer noch groß. Zudem liegt die Hemmschwelle, Transparenz zu schaffen und potenziellen Kapitalgebern z. B. Einblick in die Kosten- und Erlösentwicklung zu gewähren, sehr hoch. Aber seit etwa drei Jahren findet ein Umdenken statt, die Einstellung wandelt sich langsam. Dazu trägt unter anderem der Generationswechsel an der Spitze der Unternehmen bei. Insbesondere jüngere Unternehmer betrachten die Möglichkeit, eine Private Equity-Gesellschaft als Beteiligte ins Haus zu holen und damit die Eigenkapitalbasis zu stärken, etwas offener. „Im Vergleich zu den 90er Jahren ist der Mittelstand heute deutlich aufgeschlossener“, stellt Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), fest. „Mittelständische Unternehmer müssen alternative Finanzierungsformen einschließlich Private Equity in Betracht ziehen, um ihre Finanzierung strategisch zu sichern.“

Investoren haben Mittelstand entdeckt

Den Anschub zum Wachstum bei PE-Finanzierungen im Mittelstand geben in erster Linie Management Buyouts (MBOs). Der Markt für Firmenbeteiligungen wird von viel Geld getrieben. Investoren weltweit halten Ausschau nach lukrativen Anlagemöglichkeiten. Vor dem Hintergrund üppiger Liquidität an den Kapitalmärkten ist es den PE-Gesellschaften gerade in den letzten zwei Jahren gelungen, viel Geld einzusammeln. Und auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten für dieses Geld entdecken sie in wachsendem Maße den deutschen Mittelstand.

Aussichtsreiche Nischenanbieter

Die Gründe, die solche Unternehmen für Investoren attraktiv machen, liegen auf der Hand. Mit Know-how und Spezialisierung auf hohem Niveau können viele Mittelständler auf den internationalen Märkten nicht nur mithalten. Etliche so genannte „hidden champions“ gehören in ihren Nischen zur Weltspitze. Die Mittelständler haben massiv zum deutschen Exportboom der letzten Jahre beigetragen und ihre Ertragslage teilweise deutlich verbessert. Ein weiterer Grund ist ihre traditionell und im internationalen Vergleich relativ dünne Eigenkapitaldecke. Angesichts steigender Bedeutung der Bonität – bzw. eines entsprechenden Ratings – bei der Suche nach weiterem Fremdkapital ist es für viele Unternehmen wichtig, zunächst die EK-Quote zu erhöhen.

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