Es lockt das schnelle Geld: Einige Anleiheemittenten hatten zuletzt mit Herabstufungen oder gar Ausfällen zu kämpfen.

Der geregelte Markt für Mittelstandsanleihen befindet sich nach ersten Ausfällen im Reifeprozess. Er wird auch in Zukunft eine Alternative der Unternehmensfinanzierung bleiben. Wichtig ist dabei jedoch eine adäquate Informationspolitik der Emittenten. 

Seit der Finanzkrise gibt es eine verstärkte Mittelaufnahme über die Anleihemärkte bei mittelgroßen Unternehmen. Gestützt wird diese Entwicklung insbesondere durch das Entstehen eines geregelten Marktes für mittelständische Anleihen. Seit 2010 bietet sich Unternehmen die Möglichkeit, über Börsensegmente wie den Entry Standard in Frankfurt oder den Bondm in Stuttgart Fremdkapital im Zuge einer Anleiheemission aufzunehmen. An den mittelständischen Anleihemärkten sind bis Ende 2013 106 Anleihen von 95 Unternehmen begeben worden. Unter den Emittenten befinden sich vor allem Unternehmen der deutschen Industrie und der Konsumgüterbranche. Insgesamt wurden Anleihen mit einem nominalen Emissionsvolumen von rd. 4,92 Mrd. EUR emittiert. Das durchschnittliche Emissionsvolumen beträgt 91,4 Mio. EUR (Median 30 Mio. EUR). Insgesamt verfügen 90,6% der Anleiheemittenten über die Beurteilung einer Ratingagentur. Die große Mehrheit der Ratings stammt von Creditreform Rating (71,7%). Indessen ist der durchschnittliche Zinskupon von 7,0% im Jahr 2010 auf 7,5% 2013 gestiegen.


Risikokonzentration im Bereich Erneuerbare Energien

Von den seit 2010 am geregelten Markt notierten 95 Anleiheemittenten sind bis 2013 insgesamt elf Unternehmen ausgefallen – vier Unternehmen im Jahr 2012 und sieben 2013. Das nominale Emissionsvolumen der 13 betroffenen Anleihen beläuft sich auf insgesamt 531 Mio. EUR. Mit Zamek kam 2014 ein weiterer Ausfall hinzu, so dass sich das Emissionsvolumen der ausgefallenen Anleihen auf 576 Mio. EUR oder 11,7% des gesamten Nominalwerts erhöhte. Creditreform Grafik 2-14Ein Blick auf die ausgefallenen Unternehmen verdeutlicht eine branchenspezifische Risikokonzentration. Unter den zwölf ausgefallenen Anleiheemittenten befinden sich acht Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Dabei waren vor allem die Adjustierung des deutschen Fördersystems und deren Folgen in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar und erfassten den Markt weitestgehend unvorbereitet. Die Photovoltaik-Unternehmen nehmen in dieser Hinsicht einen besonderen Stellenwert ein. Die Ausfälle der Unternehmen getgoods.de sowie hkw Personalkonzepte werden dagegen unter Einbeziehung der Staatsanwaltschaft untersucht.