Die türkische Wirtschaft boomt und die Zeichen am Bosporus stehen auf Wachstum. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen ist die Unsicherheit bei deutschen Unternehmen aber zuletzt gestiegen. Doch Investitionen und Handel können sich auch künftig lohnen. 

Nicht zu vergessen ist die geografische Lage: Die Türkei bleibt ein Drehkreuz für den Handel zwischen Europa, dem Nahen Osten und Zentralasien. Eine Niederlassung in der Türkei ist für viele Unternehmen weiterhin ein idealer Brückenkopf, um in der Region Geschäft aufzubauen. Hinzu kommt: Die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen ist ein wichtiger Bestandteil der türkischen Industriepolitik. Investitionswillige Mittelständler können in der Türkei zahlreiche Förderprogramme in Anspruch nehmen und profitieren von günstigen Finanzierungskonditionen. Die türkische Regierung kurbelt die Konjunktur mit Kreditbürgschaften über den staatlichen Kreditgarantiefonds an und erleichtert vor allem mittelgroßen und kleinen Betrieben die Aufnahme von Krediten.


„Die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen ist ein wichtiger Bestandteil der türkischen Industriepolitik.“


Währungs- und Handelsrisiken aktiv angehen

Gleichzeitig werden die Bedingungen am türkischen Markt herausfordernder. Das Leistungsbilanzdefizit des Landes ist massiv. Die Inflation der türkischen Lira liegt bei über zehn Prozent. Gegenüber dem US-Dollar fiel sie zuletzt auf ein historisches Rekordtief. Türkische Unternehmen, die ihre Kredite in US-Dollar aufgenommen haben, ihre Einnahmen aber in türkischer Lira erwirtschaften, befinden sich in einer schwierigen Situation. Dadurch kann es verstärkt zu Zahlungsverzögerungen oder -ausfällen türkischer Importeure kommen. Für Unternehmen, die in die Türkei exportieren, ist es deshalb ratsam, Sicherungsinstrumente wie Dokumentenakkreditive oder Bankgarantien zu nutzen.

Auch für deutsche Unternehmen, die in der Türkei produzieren und Rohstoffe oder Bauteile größtenteils aus dem Ausland beziehen und diese in Fremdwährung bezahlen, stellt die derzeitige Entwicklung der türkischen Lira ein großes Währungsrisiko dar. Hier empfiehlt es sich, Transaktionen – etwa durch Devisentermingeschäfte – gegen Währungsverluste abzusichern. Zusätzlich erschweren neue Handelsrisiken den Außenhandel mit der Türkei. Die staatlich gewährten Exportkreditgarantien von Euler Hermes ermöglichen es deutschen Exporteuren, sich gegen wirtschaftliche und politische Risiken abzusichern. Sie schützen vor Zahlungsausfällen bei Lieferungen in potentiell risikoreiche Märkte wie die Türkei.