Mittelständler sangen ein Loblied auf die Jugend. Heute setzen Unternehmen immer mehr auf ältere Mitarbeiter. Fachkräftemangel und demografischer Wandel sind nicht die einzigen Gründe dafür.

16 Jahre später herrscht bei Fahrion Engineering längst keine Not mehr. Die Auftragsbücher sind voll, die Geschäfte florieren. Von der Idee, ältere Arbeitskräfte einzustellen, hat sich das Unternehmen aber nie mehr verabschiedet. Heute liegt das Durchschnittsalter der 70 Mitarbeiter bei 52 Jahren. „Fachkräfte, die über 50 oder gar 55 sind, haben ein breites Wissen, sind oft Generalisten“, sagt er. Davon profitiere sein Betrieb. Zudem seien die Älteren im Vorteil, wenn es darum gehe, Kunden die Planung einer neuen Fabrik vorzustellen. „Da sitzen schließlich die Geschäftsführer, die meist selbst zur Generation 50 plus gehören.“ Einem 30-jährigen Berufseinsteiger würden bei solchen Präsentationen schon einmal die Knie schlottern. Ein „alter Hase“ hingegen tue sich leicht.


Wie der Geschäftsführer des Ingenieurbetriebs in Kornwestheim denken allerdings längst nicht alle Firmenlenker. „Rund 60 Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen keine Mitarbeiter, die älter als 60 sind“, weiß Hans-Georg Pompe. 20 Jahre lang war er selbst bei Dienstleistungsunternehmen als Führungskraft in Management, Marketing und Vertrieb tätig. Seit 2004 berät er kleine und mittelständische Unternehmen. Als Buchautor beschäftigt er sich mit der Generation 50 plus. „Angesichts der Tatsache, dass immer weniger junge Arbeitnehmer auf den Markt kommen, müssen sich die Personalabteilungen aber dringend von dem immer noch vorherrschenden Jugendwahn verabschieden“, sagt Pompe.

Lesen Sie hier den zweiten Teil über die Renaissance älterer Mitarbeiter