Zukauf im Ausland

Planen mittelständische Unternehmen im Ausland eine Akquisition, ergeben sich erhöhte Anforderungen an die Vorbereitung und Durchführung. Erfolgsentscheidend für die grenzüberschreitende Due Diligence ist ein „Think home, act local“-Ansatz.

Doch wie läuft so ein Cross-Border-Projekt konkret ab? Im Rahmen der Due Diligence eines im Ausland ansässigen Zielunternehmens kann oftmals die Untersuchung finanzieller Aspekte (Financial Due Diligence) vom Inland aus erfolgen. Insbesondere dann, wenn die Daten in englischer Sprache verfügbar sind und internationale Rechnungslegungsstandards verwendet werden. Bei Sprachbarrieren sowie bei landesspezifischen Bilanzierungsregeln ist eine gemeinsame Projektbearbeitung mit den lokalen Partnern im Ausland sinnvoll. Für die Prüfung der steuerlichen und rechtlichen Verhältnisse ist es hingegen üblich, ausschließlich ortsansässige Ansprechpartner zu nutzen. Denn nur sie verstehen die Risiken und die Verhältnisse der Situation vor Ort am besten (Tax Due Diligence).

Projektkoordination aus einer Hand

Um jedoch einen geplanten Erwerb auch aus deutscher Sicht steuerlich und rechtlich optimal zu gestalten, bedarf es bereits in dieser Phase einer engen Abstimmung mit den Kollegen in Deutschland. Diese beurteilen die geplante Erwerbsstruktur und leiten daraus Handlungsvorschläge ab. Unabhängig von der Einbeziehung ausländischer Partner verbleibt doch die Verantwortung beim lokalen Berater als zentraler Ansprechpartner. So erhält der mittelständische Käufer eine Leistung aus einer Hand: von der Berichterstattung über einzelne Untersuchungsbereiche über die Unterstützung bei den Kaufverhandlungen bis hin zur Projektkoordination und Abrechnung.

Fazit

Grenzüberschreitende Transaktionen sind komplex. Der mittelständische Käufer sollte sich im Fall eines Outbound M&A während der Transaktionsdurchführung voll und ganz den wichtigen strategischen Fragen widmen. Der Due-Diligence-Prozess sollte effizient, aus einem Guss und bedarfsgerecht erfolgen.


© Ebner Stolz
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Zur Person

Armand von Alberti ist Wirtschaftsprüfer und Partner bei Ebner Stolz und berät als Experte im Bereich Corporate Finance – u.a. sowohl Outbound- als auch Inbound-M&A-Transaktionen. Ebner Stolz ist eine der größten unabhängigen mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland.

www.ebnerstolz.de

Autorenprofil

Armand von Alberti ist Wirtschaftsprüfer und Partner bei Ebner Stolz und hat sich auf den Bereich Corporate Finance spezialisiert. Ebner Stolz ist eine der größten unabhängigen mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland und versteht sich als Marktführer im Mittelstand.

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