Gefriertrocknung bei Groneweg: Suppen, Müslis und Fertiggerichte sollen ihren Geschmack bekommen.
Gefriertrocknung bei Groneweg: Suppen, Müslis und Fertiggerichte sollen ihren Geschmack bekommen.

Ob Obst oder Gemüse, ob Gewürze oder Kräuter: Die gefriergetrockneten Produkte der westfälischen Groneweg-Gruppe sind in der Lebensmittelindustrie und bei Verbrauchern weltweit gefragt. Nach dem Tod des Firmengründers will das Familienunternehmen mit einer Beteiligungsgesellschaft als Partner weiter wachsen.

Wenn 100 Gramm Schnittlauch auf zehn Gramm reduziert werden und später wieder ihr Aus-gangsgewicht erreichen, dann steckt dahinter kein Zaubertrick. Es ist der Effekt der Gefrier-trocknung. Das schonende Verfahren lässt sich auch bei Gemüse und Früchten anwenden, die so Farbe, Form und Aroma behalten. Die Groneweg-Gruppe trägt mit solchen Produkten dazu bei, dass etwa Suppen, Frischkäse, Müslis und Fertiggerichte ihren Geschmack erhalten. „Bei Kräutern sind wir weltweit der größte Hersteller und Vertreiber gefriergetrockneter Produk-te“, sagt Geschäftsführer Markus Weddeling, der noch viel Potenzial für weiteres Wachstum sieht.
Zunächst allerdings musste nach dem Tod des Firmengründers im April 2016 die Nachfolge geregelt werden. Die Familie, die gemeinsam mit dem Management Mehrheitseigentümer bleiben wollte, suchte dafür einen Eigenkapitalinvestor und fand ihn mit der zur genossen-schaftlichen Finanzgruppe gehörenden VR Equitypartner. Die hat im Dezember 2017 eine Beteiligung in Höhe von 48 Prozent erworben und unterstützt die Wachstumsstrategie der Familie. „Gleichzeitig ist durch die Kapitalerhöhung frisches Geld in das Unternehmen ge-flossen“, sagt Weddeling.


Vom reinen Händler zum Produzenten

Die Basis für die heute weltweit agierende Unternehmensgruppe hat Gründer Dieter Grone-weg geschaffen, der das Trocknungsverfahren aus dem Kaffeegeschäft seiner Familie kannte. Er vertrieb unter dem Firmennamen Club Feinkost zunächst gefriergetrocknete Produkte an den Handel. 1978 entstand daraus die Firma Freeze-Dry Foods, die heute die internationale Lebensmittelindustrie von Nestlé bis Unilever beliefert. Unter der Marke Goutess wurde pa-rallel dazu der Verkauf über den Lebensmitteleinzelhandel sowie den Feinkosthandel ausge-baut. In den USA wachsen seit 1988 beide Geschäftsbereiche über die Tochtergesellschaft Freeze Dry Ingredients. Zur Jahrtausendwende kam der Vertrieb in Lateinamerika hinzu. War die Gruppe bis dahin ein reiner Händler, so ist sie mit dem Bau einer Gefriertrocknungsanlage in Greven auch zum Produzenten geworden. Noch einmal deutlich erweitert wurden die Ka-pazitäten mit dem vor drei Jahren eröffneten Produktionsstandort in Peru. „Dort produzieren wir auf 2.000 Metern Höhe rund ums Jahr Kräuter und Gemüse, die wir auch nach Europa liefern“, sagt Weddeling.

Investor mit langfristiger Perspektive

Der Gründer und seine Gattin, Ursula Groneweg, hatten sich frühzeitig mit der Nachfolgelö-sung beschäftigt. Über ihren Steuerberater, Aufsichtsrat einer Volksbank, entstand schon 2014 der Kontakt zur VREP. Nach dem Tod des Gründers sprachen schließlich wichtige Gründe für die Partnerschaft. So schätzt die Familie die langfristige Ausrichtung des Investors, die auch den Banken Sicherheit vermittelt. Der damit verbundene bessere Zugang zu Finanzmit-teln erleichtert zusätzlich die Umsetzung der Wachstumsstrategie. Als Tochter der DZ Bank kann die VR Equitypartner zudem internationale Finanzierungslösungen bieten. Der Investor wiederum schätzt neben der globalen Präsenz die Marktstellung und Qualitätsstandards des Unternehmens. „Die Firmengruppe ist ein hervorragend positionierter Nischenplayer. Auf dieser Basis sehen wir überaus gute Chancen, zusammen mit dem branchenerfahrenen Ma-nagement die nächsten Wachstumsschritte umzusetzen“, erklärt Martin Völker, Geschäftsfüh-rer bei VR Equitypartner.