Vor über 100 Jahren wurde der Grundstein für das heutige Kartonimperium Mayr-Melnhof Karton gelegt. In den vergangen Jahren hat sich das österreichische Familienunternehmen zu einem weltweit agierenden Hersteller von Recyclingkartons und Europas führendem Produzenten von Faltschachteln gemausert. Die Familie unterstützt das Unternehmen aus dem Hintergrund – nicht unbedingt zum Schlechten für den Kartonhersteller.

Solider Aufstieg und nachhaltiges Wachstum
Die Wurzeln der Unternehmerfamilie Mayr-Melnhof gehen weit ins 19. Jahrhundert zurück. Damals war die Familie noch in der Eisenerzeugung tätig. 1872 wurde der Besitz an den Eisenwerken veräußert. Dafür erwarb die Familie einen 32.400 Hektar großen Waldbesitz – der Grundstein für das heutige Unternehmen.

Zwar dauerte die Umstellung von Holz auf Karton noch gut ein halbes Jahrhundert, aber 1950 war es dann soweit: Die erste moderne Kartonmaschine wurde bei Mayr-Melnhof installiert und die industrielle Fertigung konnte beginnen. Nur zwei Jahre später kam der Einstieg in das Altpapiergeschäft, worauf 1959 noch die Faltschachtelproduktion hinzukam.

Öffnung zum Kapitalmarkt
Seitdem ist das Unternehmen über verschiedene Akquisitionen immer weiter gewachsen. Mit der Übernahme des deutschen Unternehmen FS-Karton 1984 begann die internationale Expansion der MM-Gruppe. Im Zuge des weiteren Wachstums entschied man sich 1994 für den Schritt aufs Wiener Parkett. In den darauffolgenden Jahren wuchs das Familienunternehmen stetig weiter durch Akquisitionen in Deutschland und Osteuropa. Seit 2005 hält MM Karton zudem eine Mehrheit an Russlands größtem Kartonproduzenten Polygrafoformlenie. Auch die Produktionskapazitäten nahmen im gleichen Maße zu: Waren es 1980 noch rund 0,22 Mio. Tonnen, produzieren die Kartonmaschinen heute rund 1,7 Mio. Tonnen. Insgesamt sind über 8.800 Mitarbeiter bei dem österreichischen Unternehmen tätig.

Das ATX-Schwergewicht mit Hauptsitz in Wien fußt auf zwei operativen Säulen: MM Karton und MM Packaging. Dabei ist MM Karton mit sieben europäischen Standorten führend bei der Herstellung von Recyclingkarton. Und auch mit dem Bereich MM Packaging übernimmt die MM-Gruppe eine führende Position: Europas größter Hersteller von Faltschachteln. Dafür werden an 31 Standorten jährlich 680.000 Tonnen Karton zu Faltschachteln verarbeitet und an internationale Kunden veräußert. Daher ist es wenig verwunderlich, dass zu ihren Kunden internationale Größen wie Kellog’s, Philipp Moris, Henkel oder Nestlé gehören.