Mit Sicherheit in die Zukunft

Die Kameras von Geutebrück überwachen die französische Zentralbank, den Kreml und das Kanzleramt. Mit neuen Systemen und dem Sichtbarmachen von Werten will das Unternehmen die Marke schärfen und den Umsatz weiter ankurbeln.


„Idealerweise präsentieren wir dem Kunden eine Lösung für ein Problem, von dem ihm nicht bewusst war, dass er es hat.“

Katharina Geutebrück über neue Geschäftsfelder in der Sicherheitstechnik


Punkten wollen die Rheinland-Pfälzer mit sogenanntem Value Imaging – dem Sichtbarmachen von Werten. Bei der automatisch gesteuerten Zufahrtskontrolle kann etwa der Pförtner eingespart werden, in Banken können Besucherströme für den Personaleinsatz gemessen und in Logistikbetrieben die Retouren verringert werden. „Idealerweise präsentieren wir dem Kunden eine Lösung für ein Problem, von dem ihm nicht bewusst war, dass er es hat oder dass er dieses mit unserer Hilfe lösen kann“, sagt Geutebrück.

Erfolgreich in der Nische

Nur in der Nische und mit individuellen Lösungen kann das Unternehmen auch weiterhin erfolgreich bleiben. Denn mit Sicherheitstechnik beschäftigen sich große Konzerne wie Bosch, Honeywell, Axis oder Avigilon. Und der Markt wuchs zuletzt schneller als Geutebrück. Stärker soll die Marke in den Vordergrund rücken, und das auf möglichst vielen Kanälen. Bislang war der Mittelständler hauptsächlich auf Messen der Sicherheitstechnik vertreten. Jetzt überlegt man sich, ob es Sinn macht, sich breiter aufzustellen und auf Branchenmessen der Anwender präsent zu sein. Um die Marke und somit auch den Endkundenkontakt zu stärken, tüftelt das Unternehmen auch an einer Online-Marketing-Strategie. „Noch steckt das in den Kinderschuhen, aber wir arbeiten daran“, sagt Hoffmann.

Das Unternehmen will nicht nur Kunden, sondern auch die Mitarbeiter begeistern. Einige von ihnen arbeiten schon mehrere Jahrzehnte im Unternehmen. Für sie war die Umstellung vom klassischen Produzenten zum Dienstleistungsunternehmen nicht einfach. Und der Umbau ist längst nicht abgeschlossen. „Wenn wir irgendwann nur noch Software verkaufen, müssen wir garantieren, dass diese einwandfrei läuft“, sagt Hoffmann. Geutebrück will deswegen auch das Geschäft mit Dienstleistungen rund um die Software wie Systemtests, Wartung, Upgrades und Lizenzen forcieren. Langweilig wird dies bestimmt nicht.


Katharina Geutebrück und Christoph Hoffmann (©GEUTEBRÜCK GmbH)
Katharina Geutebrück und Christoph Hoffmann (©GEUTEBRÜCK GmbH)

Zu den Personen:

Seit 1999 ist Katharina Geutebrück Geschäftsführerin des gleichnamigen Sicherheitsdienstleisters. Davor leitete die Diplom-Wirtschaftsingenieurin bereits das Marketing im Unternehmen. 2012 wurde dann auch ihr Ehemann, Christoph Hofmann, in die Geschäftsleitung berufen. Das Unternehmen aus Windhagen beschäftigt rund 220 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Herstellerumsatz von 35 Mio. Euro. In zwei Jahren soll dieser bei 42 Mio. Euro liegen.

www.geutebrueck.com

 

Autorenprofil

Tobias Schorr war von März 2013 bis Januar 2018 Chefredakteur der "Unternehmeredition". Davor war er für die Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien im Ressort Geld als Redakteur tätig. Von 2003 bis 2007 arbeitete er zunächst als Redakteur, dann als Ressortleiter beim Mittelstandsmagazin "Markt und Mittelstand". Sein Handwerk lernte er an der Axel Springer Journalistenschule.

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