Innenräume mit Stil: Birken sind das Symbol der Hans-im-Glück-Restaurants.
Innenräume mit Stil: Birken sind das Symbol der Hans-im-Glück-Restaurants.

Mit Sausalitos und Hans im Glück ist die Familie Hirschberger in der Gastronomie erfolgreich. Mit unterschiedlichen Finanzierungsmodellen ist die Cocktail- und die Burgergrill-Kette auf Wachstum getrimmt. 

Unternehmeredition: Frau und Herr Hirschberger, für Sie als Gastronomiebetreiber muss die Fußball-WM ein voller Erfolg gewesen sein.

Gunilla Hirschberger
Gunilla Hirschberger

Gunilla Hirschberger: Leider nicht. Als Deutschland spielte, lief es super. Ansonsten eher bescheiden. Viele Leute, wenig Umsatz. Wurden die Spiele später übertragen war es etwas besser, da die Gäste dann schon einige Zeit vorher in den Läden waren. Im Sausalitos hatten wir einige Reservierungen. Im Hans im Glück ist eine Übertragung wegen der Birken ohnehin schwierig.

Abseits der WM läuft Ihr Geschäft aber sehr gut. Vor sechs Jahren haben Sie den schwedischen Private-Equity-Investor EQT für Sausalitos ins Haus geholt. Wie kam es dazu?

Gunilla Hirschberger: Wir gründeten die Kette im Jahr 1994. 2008 haben wir dann beschlossen, einen anderen Weg zu gehen und einen Investor an Bord zu holen. Wir wollten schneller wachsen und benötigten dafür Kapital. Eine Fremdkapitalfinanzierung war zur Finanzkrise damals nicht möglich. Zudem hatten wir viele Bekannte aus England und den USA, wo es durchaus üblich ist, mit einem Finanzinvestor zusammenzuarbeiten.

Im deutschen Mittelstand gibt es noch immer eine Hemmschwelle, sich Finanzinvestoren ins Haus zu holen. Wie waren Ihre Erfahrungen nach dem Einstieg?

Thomas Hirschberger
Thomas Hirschberger

Gunilla Hirschberger: Uns war klar, dass eine Private-Equity-Gesellschaft sich auf die Zahlen fokussiert. Die Zusammenarbeit mit EQT war gut, lediglich am Anfang gab es Abstimmungsbedarf. Das regelmäßige Reporting war für uns Neuland. Aus dem operativen Tagesgeschäft hat sich EQT rausgehalten.

Nach sechs Jahren übernahm jetzt die belgische Private-Equity-Gesellschaft Ergon Capital die Anteile vom bisherigen Investor EQT. Was waren die Gründe?

Thomas Hirschberger: Das ist der normale Gang der Dinge. Grundsätzlich steigt ein Private-Equity-Investor nach dieser Zeit aus. Für EQT stand von
Beginn an fest, dass sie bei etwa 30 Filialen oder 50 Mio. Euro Jahresumsatz wieder verkaufen. Diese Marken haben wir bald erreicht. Ergon begleitet Unternehmen in der Wachstumsphase zwischen 50 und 100 Mio. Euro Umsatz. Gemeinsam haben wir eine Fünf-Jahres-Strategie erarbeitet. Dann wird wohl auch Ergon planmäßig wieder aussteigen.