Sie sprechen den Protektionismus an. Seit knapp einem Jahr regiert Donald Trump die USA, der die Strategie America first ausgerufen hat. Was bedeutet Trumps Politik für Ihr Unternehmen, das in den USA ein eigenes Werk betreibt?

Wir haben schon vor ein paar Jahren damit gerechnet, dass sich die USA eher abschotten werden, und deshalb vor fünf, sechs Jahren ein eigenes Werk gebaut. Dass wir jetzt vor Ort unsere eigenen Maschinen produzieren, hat uns einen erheblichen Marktzuwachs gebracht. Wir konnten unser Geschäft in den USA in den vergangenen fünf Jahren praktisch verdoppeln. Unsere Kunden kaufen durchaus emotional, da kommt ein Made in the USA gut an.

Verpacken die Amerikaner ihr Fleisch anders als die Deutschen?

Die Amerikaner kaufen ihre Lebensmittel gerne in großen Mengen ein, das zeigt sich auch an ihren Verpackungen. In den USA können Sie Hackfleisch in der Ein- oder Zwei-Kilo-Packung kaufen – so etwas gibt es in Deutschland nicht. Es ist schon so, dass die Kultur massiv Einfluss auf die Art der Verpackung nimmt. Die Chinesen zum Beispiel essen gerne kleine Snacks, weshalb man dort in den Supermärkten auch eher auf kleine Packungen trifft. Aber auch innerhalb Europas bestehen Unterschiede: Verpackungen in Frankreich oder in der Schweiz sind in der Regel noch anspruchsvoller ausgestaltet als in Deutschland.


Zur Person:

Hans-Joachim Boekstegers ist Geschäftsführender Direktor und Group CEO der MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG mit Sitz in Wolfertschwenden im Unterallgäu. Seit April 2001 gehört der Wirtschaftsingenieur zur Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Neben seiner Aufgabe bei Multivac gehört er seit 2005 zum Hauptvorstand des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Die Unternehmensgeschichte des Herstellers von Verpackungsmaschinen reicht zurück bis ins Jahr 1961, als Firmengründer Sepp Haggenmüller in einer Garage eine Vakuum-Kammermaschine entwickelte. Das Unternehmen beschäftigt heute 5.200 Mitarbeiter. www.mulitvac.com