Bereits in den 70er-Jahren zog es den Hersteller von Verpackungsmaschinen ins Ausland. Ein Gespräch über Internationalisierung, Verpackungskultur und die Frage, warum sein Unternehmen in Deutschland wohl nicht mehr wachsen wird.

Was macht eine gute Verpackung aus?

Sie hat im Prinzip drei wesentliche Funktionen. Erstens können damit Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe haltbar gemacht werden. Zweitens wird durch die Verpackung Produktmarketing ermöglicht: In vielen Fällen erhalten Kunden heute beim Discounter das gleiche Produkt wie bei der Edel-Supermarktkette. Der einzige Unterschied besteht oftmals darin, dass es anders verpackt ist und ein anderes Label trägt. Der dritte Aspekt, der das Geschäft treibt, ist die Sicherheit der Packung. Jegliche Erpressungsversuche gegen Supermärkte sind daran gekoppelt, dass der Packungsschutz in irgendeiner Weise zerstört werden muss. Und das wollen wir vermeiden.

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Wie entstehen bei Ihnen neue Verpackungen?

Wir sind im Prinzip ein großes Design- und Ingenieurbüro, das die Kunden darin berät, was technisch sinnvoll, machbar und auf der Kostenseite darstellbar ist. Fast alle unserer Maschinen sind Einzelfertigungen, weil sich die Kunden anhand ihrer Verpackung schließlich von Wettbewerbern unterscheiden und einen Mehrwert bieten möchten.

Und wie kann ein solcher Mehrwert aussehen?

Zum Beispiel haben wir vor zwei Jahren für eine Schweizer Supermarktkette sämtliche Maschinen so umgebaut, dass die sogenannte Aufreißecke größer wird und Konsumenten der älteren Generation besser in der Lage sind, die Verpackungen zu öffnen. Das ist für den Endverbraucher ein echter Nutzen – und kann somit auch ein Unterscheidungskriterium für einen Supermarkt oder einen Hersteller sein.

Wie viel Freiraum räumen Sie Ihren Tochtergesellschaften ein?

Bei uns hat jede Gesellschaft ihren eigenen Geschäftsführer, der die lokale Strategie bestimmt. Am Hauptsitz wiederum entscheiden wir gemeinsam darüber, wie stark die Mannschaft vor Ort ist und welche Investitionen vor Ort getätigt werden. Aber uns ist immer bewusst, dass jedes Land anders ist. Da spielen kulturelle und religiöse Aspekte eine Rolle, aber auch die Kaufkraft und die Konsumgewohnheiten. Wenn wir überall die gleiche Standardstrategie fahren würden, hätten wir nicht den Erfolg, den wir heute haben.