Tim Houstoun und Jörg Ziegler über die Anforderungen an die Administration von aktienbasierten Mitarbeiterbeteiligungs- und Führungskräfteprogrammen, internationale Trends und die besonderen Chancen des Standorts Deutschlands.

Ziegler: Wobei man leider ganz klar sagen muss, dass Deutschland hier insbesondere im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarn noch einen sehr großen Nachholbedarf hat. In UK und in Frankreich ist die Zahl der an den Unternehmen beteiligten Mitarbeiter signifikant höher. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich nur einen hinteren Platz im Mittelfeld ein. Das hat vielfältige Ursachen. So sind neben einer sehr niedrigen steuerlichen Förderung und einer fehlenden Aktienkultur auch die regulatorischen Hürden in Deutschland höher als im Ausland. Dass es auch anders geht, hat gerade unser Nachbarland Österreich vorgemacht. Nach einer Erhöhung des steuerlichen Freibetrages für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme vor zwei Jahren von 1.500 Euro auf 3.000 Euro pro Jahr wurde dieser Betrag 2017 nochmals auf nun 4.500 Euro angehoben. Leider fehlt dazu in Deutschland – trotz großer finanzieller Spielräume in den letzten Jahren – die politische und gesellschaftliche Lobby ebenso wie der Wille zur Umsetzung.

Welche Art von Unternehmen adressieren Sie?

Ziegler: Unsere Zielgruppen sind börsennotierte, zunehmend aber auch nicht börsennotierte Unternehmen. In Deutschland wenden wir uns speziell an den inhabergeführten Mittelstand sowie an Start-ups, für die der spätere Börsengang eine der Optionen ist. Diesen Unternehmen bieten wir für die Administration ihres CAP-Tables und mit dem IPO Share Account zwei Tools auf unserer cloudbasierten Verwaltungsplattform, die es ihnen ermöglichen, bereits vor einem Börsengang Mitarbeitern und Führungskräften attraktive Beteiligungslösungen anzubieten.