„Wir analysieren den Markt“

Mit einer Buy-and-Hold-Strategie wächst die Topp Holding kontinuierlich. Zuletzt kaufte die auf familiengeführte und auf den Dienstleistungssektor fokussierte Gesellschaft vor allem angeschlagene Unternehmen. Was es dabei zu beachten gilt, wie Unternehmen in die Gruppe integriert werden und warum das Image von Zeitarbeitsfirmen nicht das beste ist, erklärt Geschäftsführer Christopher Topp. 

Die Preise für Unternehmen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Verkäufe gibt es fast ausschließlich in Nachfolgesituationen, bei Restrukturierungen oder wenn Private-Equity-Firmen an ihresgleichen verkaufen. Ist ein Ende der Preissteigerung in Sicht?

Die Unternehmensbewertungen haben ein historisches Hoch erreicht. Über die letzten 30 Jahre sind sie stetig gestiegen. Treiber der Bewertungen sind der Free Cashflow, Wachstum und der Diskontierungszinssatz. Die Margen sind in vielen Branchen über Jahre gestiegen. Vor allem wegen der Verlagerung von Produktionseinheiten ins Ausland. Die Schwellenländer haben zum weltweiten Wachstum beigetragen. Dieses schwächt sich allerdings ab, und auch die Margen werden geringer. Zwei Treiber sind also negativ. Hochgehalten werden die hohen Bewertungen lediglich vom niedrigen Zinsniveau. Deswegen ist es wahrscheinlich, dass wir uns auf einem hohen, nicht nachhaltigen Niveau befinden.

Was bedeutet das für Sie?

Wir versuchen in diesem Umfeld Unternehmen zu finden, die strategisch zu uns passen und dennoch ein akzeptables Bewertungsniveau aufweisen.

Dann wollen Sie weiter zukaufen?

Wir planen strategische Zukäufe für unsere Tochtergesellschaften und auch Akquisitionen aus Insolvenzsituationen. Letztere sind allerdings weniger planbar, da man ja nicht weiß, welche Unternehmen in die Insolvenz gehen. Passt etwas zu uns, nehmen wir es in das Portfolio auf. Bei strategischen Zukäufen versuchen wir häufig antizyklisch zu agieren. So befindet sich die Windkraftbranche in Großbritannien in einem tiefen Tal, weil die Aufträge fehlen. Noch geht es vielen Unternehmen schlecht, operativ machen sie Verluste. Deswegen sind die Bewertungen niedrig. Das Schöne daran ist, dass wir vor einem riesigen Boom stehen. 14,2 Gigawatt an Offshore-Projekten werden ab dem kommenden Jahr ans Netz gebracht.

Wie viele Unternehmen wollen Sie in diesem Jahr übernehmen?

Zwischen drei und fünf. Das kommt allerdings auch auf die Unternehmensgröße an. 20 bis 30 Mio. Euro wollen wir an Umsatz dazukaufen.