„Private Equity ist schon längst im Mittelstand angekommen“

Nun in eigenem Namen: Das Fimengebäude von Optoflux in Nürnberg.
Nun in eigenem Namen: Das Fimengebäude von Optoflux in Nürnberg.

Im Juni übernahm die Beteiligungsgesellschaft BWK, ein weiterer Investor und das Management die Technical Optics-Sparte der Eschenbach Optik. Als bisheriger Bereichsleiter hat Thomas Luce jetzt als Geschäftsführer die Verantwortung der Optoflux GmbH übernommen. Das Unternehmen produziert unter anderem LED-Scheinwerfer für die Automobilindustrie.

Unternehmeredition: Herr Luce, warum verkaufte die Eschenbach Optik die Sparte Technische Optik?

Luce: Ich kann nicht für den Verkäufer sprechen, doch als jemand, der in die Verhandlungen involviert war, kann ich sagen, dass der Bereich Technische Optik mittlerweile eine solche Größe und die Entwicklung eine solche Dynamik entwickelt hat, dass es großen Sinn machte, nun eigenständig die Geschicke in die Hand zu nehmen. Es handelte sich also um einen Verkauf aus freien Stücken. Es gab keinen Handlungsdruck. Alle Parteien sind sich auf Augenhöhe begegnet. Übrigens werden wir auch weiterhin Projekte mit der Eschenbach Holding durchführen. Wir kennen und schätzen einander.

Wie schätzen Sie den Markt ein?

Ich sehe den Markt positiv. Wir sprechen über großes und nachhaltiges Potenzial. LED-Scheinwerfer werden in wenigen Jahren der Standard in der Automobilindustrie sein. Und wir fertigen die dafür notwendigen Linsen. Insofern gibt es hervorragende Absatzmöglichkeiten für Optoflux. Außerdem entwickelt sich der Markt für OP-Leuchten, für die wir Linsen herstellen, ebenfalls erfreulich. Es gibt nur wenige Anbieter, die das nötige Know-how besitzen. Wir zählen zu diesem kleinen Kreis.

Lässt sich dieses Segment eigenständig besser penetrieren?

Die BWK hat einen ausgezeichneten Track Record, was die Unterstützung von Wachstumsstrategien betrifft. Insofern bin ich überzeugt, dass wir den Markt sehr gut erschließen können und die notwendigen Entscheidungen schnell treffen. Wir haben die passende Struktur.

Wie lief die Anbahnung mit einer Private-Equity-Gesellschaft?

Dies lief sehr professionell ab. Eschenbach beauftragte einen M&A-Spezialisten, der die Kommunikation und die Steuerung des Verkaufsprozesses übernahm.

Gab es keine Berührungsängste?

Nein, überhaupt nicht. Eschenbach ist bereits seit mehreren Jahren im Besitz von einer Private-Equity-Gesellschaft, mit der wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Sie sehen, Private Equity ist schon längst im Mittelstand angekommen. Dazu kommt, dass die BWK einen sehr guten Ruf hat und langfristig investiert. Das ist für uns wichtig. Wir wollen unsere Ziele ohne Exit-Druck erreichen. Ich halte wenig von Quick Flips und möchte das Unternehmen auf einem stabilen Fundament entwickeln. Schließlich zählen wir zum Mittelstand.

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