„Meine Kinder können eine Firma führen“

Manche Kinder brechen aus diesen Strukturen gerade deswegen aus, um sich gegen die Eltern zu stemmen.

Produktion bei Trigema: Mit "Made in Germany" wurde das Unternehmen bekannt.
Produktion bei Trigema: Mit „Made in Germany“ wurde das Unternehmen bekannt.

Dann stimmt etwas im Verhältnis zu den Eltern nicht. Sie können meine Kinder nachts anrufen und ich würde wetten, dass nicht ein Wort contra Eltern fällt. Sie würden meine Einstellung und das, was ich ihnen vorlebe, verteidigen.

Trigema ist zu 100 Prozent auf Sie zugeschnitten. Wie stellen Sie sich das Leben nach der aktiven Zeit vor?

(lacht) Es wäre fatal, wenn meine Firma auf einen anderen zugeschnitten wäre. Steigen meine Kinder nach und nach auf, rücken natürlich auch sie in den Fokus und die Zeit wird entscheiden, wann ich mich aus dem operativen Geschäft zurückziehe.

Holen Sie sich Berater von außen?

Selbstverständlich nicht. Wenn ich ein Berater holen müsste, weil ich Probleme habe, müsste ich als erster meinen Stuhl räumen. Weiß ein betriebsfremder besser, was in meinem Unternehmen falsch läuft, bin ich fehl am Platz. Wir brauchen Arbeitsplätze in der Produktion, Mitarbeiter, die Leistung bringen und eine Wertschöpfung in den Unternehmen, und keine Berater, die nur schlaue Sprüche klopfen. In den Konzernen wird der Wasserkopf im Management immer größer. Weiter unten werden dafür Arbeitsplätze gestrichen. Das ist der falsche Weg.

Bekannt ist Trigema vor allem für made in Germany. Was würden Sie dazu sagen, wenn Ihre Kinder eine Produktionsstätte im Ausland eröffnen wollten?

Ich kann nur sagen, was ich für richtig halte. Ich habe eine Verpflichtung meinem Heimatland gegenüber und sehe es als meine Aufgabe, auch in einer globalisierten Welt, diese Pflicht zu erfüllen und hierzulande zu produzieren. In meiner Branche gibt es niemanden, der durch eine Auslandsexpansion reicher geworden wäre.