Alter Standort, neues Gebäude: Im Juli war der Spatenstich für die neue dm-Zentrale in Karsruhe.
Alter Standort, neues Gebäude: Im Juli war der Spatenstich für die 120 Mio. Euro teure dm-Zentrale in Karlsruhe.

Wie Pilze schießen dm-Filialen aus dem Boden. Allein im abgelaufenen Geschäftshalbjahr hat die Drogeriemarktkette in Deutschland 42 neue Märkte eröffnet. Doch der Markt ist stärker umkämpft denn je. Im Interview spricht Geschäftsführer Erich Harsch über Konkurrenten, Kollegen und eine prägende Besprechung unter Geschäftsführern.

Unternehmeredition: Herr Harsch, Sie haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 6,5 Prozent gemacht. Auf der anderen Seite haben Sie immer auch hohe Erwartungen an die Unternehmensentwicklung. Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Situation?


Harsch: Die Entwicklung der dm-Märkte ist konstant gut. Natürlich gab es eine Sonderkonjunktur seit 2012, als mit Schlecker der größte Anbieter in der Drogeriebranche vom Markt verschwunden ist. Dieser kleine Boom ebbt nun langsam ab. Unabhängig davon sind wir mit den letzten 20 Jahren zufrieden, seit wir von Lockangeboten und Aktionspreisen Abstand genommen und den dm-Dauerpreis eingeführt haben. Derzeit liegen wir bei einem Umsatzplus von sechs Prozent jährlich.

Von Gründer Götz Werner geprägt: schon seit 35 Jahren arbeitet Erich Harsch bei dm. (©dm - Alex Stiebritz)
Von Gründer Götz Werner geprägt: schon seit 35 Jahren arbeitet Erich Harsch bei dm. (©dm – Alex Stiebritz)

Sie haben gerade den Fall Schlecker angesprochen. Welche Lehren hat dm aus diesem Negativbeispiel gezogen?

Für uns war schon lange klar, dass die Geschäftsstrategie von Schlecker nicht funktionieren kann. Mit Unproduktivität und dem Verzicht auf Investitionen kann man auf Dauer kein Unternehmen führen. Das hat unser Gründer Götz Werner bereits weit vor der Insolvenz in einem offenen Brief an die Lebensmittelzeitung vorausgesehen. Während Schlecker das Sparen zur unternehmerischen Maxime erklärt hat, sind es für uns umgekehrt die Investitionen, mit denen wir die Zukunft gestalten wollen.

Im Umkehrschluss heißt das, dass Sie Ihre Gewinne zum Großteil reinvestieren. In welche Strukturen stecken Sie Geld, um auch morgen genauso wettbewerbsfähig wie derzeit zu sein?

Im Durchschnitt wird jede unserer Filialen innerhalb von zehn Jahren komplett modernisiert. Bei momentan 1.800 Filialen bedeutet es, dass wir allein in diesem Jahr zwischen 150 und 180 Läden komplett überarbeiten. Jeder Relaunch kostet uns dabei zwischen 500.000 und 600.000 Euro. Wenn man das hochrechnet, kennt man ungefähr unser Investitionsvolumen.