„Deutschland ist eine Ideenschmiede“

Wenn Sie als Jurorin in der Show jungen gründungswilligen Menschen gegenübersitzen, was würden Sie ihnen am ehesten raten?

Ganz kurz: Wir sind keine Juroren, auch keine Jury. Eine Jury bewertet. Dieter Bohlen ist Jurymitglied und bewertet, ob jemand singen kann oder nicht. Wir aber investieren unser eigenes Geld. Wir sind Investoren. Und wenn wir uns entscheiden zu investieren, dann, weil wir von der Idee, der Gründerpersönlichkeit und von dem Konzept überzeugt sind.

Wie könnte denn ein Gründer einen Investor wie Sie gewinnen? Was muss er leisten können?

Was zählt, ist der erste Eindruck von der Person oder dem Team. Sprüht der Kandidat vor Energie? Hat er das berühmte „Feuer im Auge“, wenn er von seiner Idee, seiner Vision spricht? Er muss überzeugt sein und uns überzeugen.

Welche Faktoren sind bei der Idee am wichtigsten?

Alle Ideen haben eine Chance. Ein Franchise-Modell ist ebenso denkbar wie eine komplette Service- oder Produktinnovation. Wir Investoren fragen uns dabei: Wie sieht der Markt aus, wie ist der Wettbewerb? Welchen Kundennutzen hat das Produkt? Wie sind die Zahlen? Die Rentabilität ist für uns entscheidend. Aber auch: Wie skalierbar sind die Produkte?

Ein solches TV-Format kann eine breite Publikumsmasse ansprechen. Kann es einen Beitrag für eine positivere Gründerkultur in Deutschland leisten?

Meiner Meinung nach gibt es gar keine richtige Gründerkultur in Deutschland. Die muss erst noch entwickelt werden. Bei vielen ist das Thema noch nicht angekommen – auf Gründerseite, aber auch auf Investorenseite. Ich würde mir wünschen, dass gestandene Unternehmer bei Wagniskapital nicht immer nur an Aktien denken, sondern auch in junge Gründerideen in Form von Venture Capital investieren.

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