Nach über 30 Jahren trat Dieter Manz 2017 bei dem von ihm gegründeten High-Tech-Maschinenbauer Manz von der Konzernspitze ab. Sein Nachfolger wurde der Restrukturierungsfachmann Eckhard Hörner-Marass. Neben der Umsetzung des eingeleiteten Turnarounds beschäftigt den neuen CEO auch die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Großaktionär  sowie die zukünftige M&A-Strategie.

Manz ist ein Hightech-Maschinenbauer. Welches Potenzial leitet sich hieraus mittel- bis langfristig für Ihre Marge ab?

Unsere technologische Expertise möchten wir uns selbstverständlich mit einer auskömmlichen Marge bezahlen lassen. Die bereits erwähnte Standardisierung kann dabei helfen, Skaleneffekte zum Beispiel im Einkauf zu realisieren. Manz sollte dauerhaft eine Ebit-Marge über der eines herkömmlichen Maschinen- und Anlagenbauers erwirtschaften. Diese liegt bekanntlich bei  vier bis  fünf Prozent. Unser Ziel muss dagegen ein Niveau um die zehn Prozent sein.

Inwieweit beunruhigt Sie die politische Großwetterlage zwischen Brexit und Handelsstreit?

Der Brexit ist für uns kein großes Thema. Dafür ist der Anteil unseres UK-Geschäfts einfach zu gering. Viel kritischer sehe ich den Handelsstreit insbesondere zwischen den USA und China, schließlich ist Asien für uns von zentraler Bedeutung. Trotz der jüngsten Schlagzeilen glaube ich aber weiter, dass beide Seiten eigentlich kein Interesse an einer totalen Eskalation haben können.

Was würden neue Strafzölle konkret für Ihr Unternehmen bedeuten?

Hörner-Marass: Schon heute steht in China unser größtes Werk. In der Zukunft könnten wir zusätzliche Produktionskapazitäten dorthin verlagern und so unsere Wertschöpfung vor Ort erhöhen. Auch wenn wir dann weniger von Einfuhrzöllen direkt betroffen wären, so werden auf unseren Maschinen natürlich Waren hergestellt, die für den Export in die USA vorgesehen sind. Ich setze auch deshalb weiter auf die Vernunft der beiden Kampfhähne USA und China. Unsere Auftragseingänge geben bislang jedoch keinen Anlass zur Sorge.


Zur Person

Eckhard Hörner-Marass gehört seit dem Jahr 2016 dem Vorstand der Manz AG an. Dort verantwortete er zunächst das Technologie-Ressort ehe er im Sommer 2017 Dieter Manz auf dem Posten des Vorstandsvorsitzenden nachfolgte.
Wie die Manz AG am 27. Juli mitteilte, wird Hörner-Marass seine Tätigkeit zum Ende des Jahres beenden. Ursprünglich sollte er bis Ende 2019 den Posten des Vorstandsvorsitzes innehaben. Als CRO angetreten, sieht Hörner-Marass die entscheidenen Meilensteine erreicht und möchte deshalb früher als geplant übergeben, teilte das Unternehmen mit.

Zum Unternehmen

Seit seiner Gründung im Jahr 1987 entwickelte sich das schwäbische Unternehmen zu einem Hightech-Maschinenbauer. Heute operiert die Gesellschaft in den drei Sparten Electronics, Solar und Energy Storage. Etwa die Hälfte der aktuell 1700 Mitarbeiter beschäftigt Manz in Asien. Nach mehreren verlustreichen Jahren, die zu einer tiefgreifenden Restrukturierung führten, kehrte das Unternehmen 2017 in die Gewinnzone zurück. Bei einem Rekordumsatz von 325 Mio. Euro stand erstmals seit 2013 wieder ein positives  Ebit von 1,6 Mio.  Euro. Die Manz-Aktie notiert im Prime Standard der Frankfurter Börse.
www.manz.com