Natürliches Hörgefühl

Das Produktsparte der Ultrasone AG reicht von „günstigen“ Kopfhörermodellen wie „HFI“, „DJ“ oder „Pro“ für einige hundert Euro bis hin zur limitierten „Edition“-Serie, die bis zu 2.000 EUR kosten kann. Allen Typen gemeinsam sind zwei von Ultrasone patentierte Technologien: Einerseits sorgt die S-Logic-Technologie für einen „Natural Surround Sound“. „Unsere Schallwandler bringen den Klang nicht wie herkömmliche Produkte direkt in den Gehörgang, sondern wie bei der natürlichen Wahrnehmung über das Außenohr in das Gehör“, erklärt CEO Michael Willberg. Weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die „Ultra Low Emission“ (ULE), die eine Scheibe aus MU-Metall zwischen Kopf und Schallwandler ermöglicht. „Das Magnetfeld wird dadurch von normalerweise rund 1.000 Nanotesla – das entspricht etwa fünf alten Computermonitoren – auf nur 200 reduziert“, so Willberg. Die Serienmodelle lässt er in Taiwan produzieren, die Sondermodelle werden jedoch in minutiöser Handarbeit in Tutzing gefertigt.

Stärkung der Eigenkapitalbasis für Auslandsexpansion

Viele in der Musikbranche haben sich von der Ultrasone-Qualität schon überzeugen lassen – Kunden sind v.a. Musik-Produzenten, DJs und auch Stars wie Stevie Wonder. Um die Nachfrage auf der ganzen Welt zu befriedigen, hat das Unternehmen ein globales Distributionsnetzwerk aufgebaut. „Wir arbeiten eng mit exklusiven Großhändlern vor Ort zusammen, auch in der Entwicklung nutzen wir ihr Branchen-Know-how“, erläutert der COO Michael Zirkel. In den USA wurde zudem Anfang 2008 eine eigene Niederlassung aufgebaut – finanziert mit einer stillen Beteiligung der BayBG: Seit 2007 ist die mittelständische Beteiligungsgesellschaft mit 400.000 EUR engagiert, Laufzeit fünf Jahre. „Mit der Erhöhung der Eigenkapitalbasis schaffte das Unternehmen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Internationalisierungsstrategie, verwässerte aber nicht die Eigentümerstruktur“, fasst Holger Gerdes, Projektmanager der BayBG, zusammen. Ihn überzeugte an Ultrasone insbesondere „die herausragende Marktposition, die durch Patente abgesichert und so vor Imitaten geschützt ist“.

Asien ist Nummer eins

„Etwa 80% des Umsatzes erwirtschaften wir durch den Export in über 50 Länder“, so Michael Zirkel. Bis vor zwei Jahren war der größte Markt die USA, doch die Finanz- und Wirtschaftskrise schwächte die dortige Musikbranche stark. „Unsere Verluste wurden aber durch exorbitant gute Geschäfte in Asien aufgefangen“, freut sich CEO Willberg. Das für seine kritische Qualitätsbeurteilung bekannte Japan ist mittlerweile der Exportmarkt Nummer eins, gefolgt von Hongkong, China und Südkorea. Das Führungsduo Willberg und Zirkel setzt dabei auf viel persönliche Präsenz vor Ort, was gerade in Asien sehr bedeutend bei Geschäftsbeziehungen sei, so der CEO. Die kleine Firma aus Tutzing mit nur zehn Mitarbeitern, drei davon in den USA, erwirtschaftet so dieses Jahr voraussichtlich stattliche 2,4 Mio. EUR – und sorgt damit für Aufsehen: Im Oktober wurde ihr von der Bayerischen Gesellschaft für Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Exportpreis Bayern 2010 verliehen – ein Ansporn für eine weitere Expansion? „Ja, als nächstes wollen wir den Mittleren Osten angreifen“, verrät Zirkel.

Esther Mischkowski
redaktion@unternehmeredition.de

Kurzprofil: Ultrasone AG
Gründungsjahr: 1991
Branche: Audiozubehör
Unternehmenssitz: Tutzing
Mitarbeiterzahl: 10
Umsatz 2009: 2,1 Mio. EUR
Internet: www.ultrasone.com