Standard-Mezzanine finanziert mittelständisches Wachstum (Ausgabe 2/2007)

Standard-Mezzanine als maßgeschneiderte Finanzierung für einen klassischen Mittelständler? Für die VVA Vereinigte Verlagsanstalten GmbH jedenfalls war das Standardprogramm die beste aller möglichen Optionen.

Von der Zeitschriftenkonzeption und CD-Entwicklung über Redaktion und Gestaltung, Online-Umsetzung und Datenbanklösungen bis zu Vorstufe, Druck und Versand – das Unternehmen aus Düsseldorf deckt als Mediendienstleister mit Full-Service aus einer Hand das gesamte Spektrum der Unternehmenskommunikation ab. Doch auch hier gilt, kein Wachstum ohne Kapital.

HSBC-Standardprogramm als „Maßanzug“
Stefan Meutsch, Geschäftsführer der VVA, ist überzeugt, dass sich gerade normierte Programme wie H.E.A.T. von HSBC Trinkaus & Burkhardt für VVA anbieten: „Als relativer Kapitalmarktneuling hilft es einfach, wenn eine standardisierte Risikobeurteilung erfolgt.“ Als es 2004 darum ging, die richtige Finanzierungsalternative zu finden, um das interne und externe Wachstum des Unternehmens fortzusetzen und zu beschleunigen, holte sich VVA mit der Conpair Corporate Finance GmbH aus Essen professionelle Unterstützung an Bord. Conpair screente den Kapitalmarkt nach geeigneten Finanzierungsalternativen, verglich die Mezzanine-Angebote hinsichtlich Qualität und Kosten und riet VVA schließlich zur Teilnahme am H.E.A.T.-Programm.

H.E.A.T. II, das als eine Kombination aus Genussschein und Nachrangdarlehen gestaltet ist, wurde von HSBC im April 2006 platziert, danach erfolgte die Bereitstellung der Mittel u. a. an VVA. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit H.E.A.T. II bezüglich Konditionen und des sehr transparenten und professionellen Prüfprozesses entschied sich VVA dazu, auch H.E.A.T. III in Anspruch zu nehmen, das Ende Februar 2007 platziert wurde und seither als reines Nachrangdarlehen vergeben wird. Den Vorteil von Standard-Mezzanine gegenüber individualisierten Lösungen erläutert Prof. Dr. Michael Nelles, Vorstandsvorsitzender von Conpair: „Im Vergleich zu herkömmlichem Mezzanine-Kapital bieten Standardprogramme günstigere Konditionen durch das sog. Pooling, zudem gibt es keinerlei Mitspracherechte seitens der Investoren. Sowohl die Struktur als auch die Konditionen der H.E.A.T.-Programme passen am besten zur VVA.“

Standard-Mezzanine für Mittelständler überwiegend Neuland
Viele Mittelständler haben ähnlich wie Meutsch Mezzanine erst in jüngster Zeit als ernsthafte Finanzierungsalternative entdeckt. Dabei ist vor allem Standard-Mezzaine fast ausschließlich größeren Unternehmen vorbehalten. Als Lösung für klein- und mittelständische Unternehmen entwickelte sich Individual-Mezzanine, das oft mit höheren Zinsen behaftet und daher relativ teuer ist. Mit SME Growth hat Conpair nun erstmalig ein standardisiertes mezzanines Finanzierungsprogramm für den breiten Mittelstand geschaffen. Das Produkt richtet sich an Unternehmen mit einem Mindestrating von B1/B+, einem Umsatzvolumen ab 10 Mio. Euro und einem Kapitalbedarf von ein bis fünf Mio. Euro.

Fazit:
Der Fall VVA zeigt, dass auch Standardprogramme Mittelständler zum Ziel führen können, wenn sie mit Hilfe von Marktkennern sehr genau selektiert werden. Und das bei attraktiven Konditionen und einem geringen Grad an Einflussnahme durch den Geldgeber. Mit der Verbreiterung des Angebots durch das Aufkommen von SME Growth dürften in Zukunft noch mehr Mittelständler auf die günstigere Standardvariante setzen.

Marc Kley
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Kurzprofil: Vereinigte Verlagsanstalten GmbH
Gründungsjahr: 1894
Branche: Medien
Unternehmenssitz: Düsseldorf
Mitarbeiter: ca. 600
Umsatz 2006: keine Angaben
Internet: www.vva.de