Mezzanine-Kapital für Wachstum im Digitaldruck

Wir wollen mit 10 bis 15 Prozent pro Jahr wachsen“
Interview mit Dr. René Pankoke, Geschäftsführer, Hymmen Industrieanlagen GmbH

Unternehmeredition: Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich für die stille Beteiligung der NRW.Bank entschieden haben?
Pankoke: Sie gilt als wirtschaftliches Eigenkapital und hat dementsprechend auch das Rating unseres Unternehmens verbessert. Bei wichtigen bzw. strategischen Beschlüssen entscheidet die NRW.Bank zwar mit. Aber letztlich haben wir, denke ich, die Balance zwischen echtem Eigenkapital einerseits und Mezzaninekapital mit nicht allzu weit gehender Mitbestimmung andererseits gut hinbekommen. Das Kapital fließt maßgeblich in unser Segment Digitaldruck, und das ist schon sehr wichtig für uns. Die Wachstumsfinanzierung erweitert unsere strategischen Optionen – da der Digitaldruck in vielen Bereich bzw. Branchen anwendbar ist, kann sich Hymmen von der Holz- und Möbelindustrie als Abnehmer unabhängiger machen.

Unternehmeredition: Wie hat sich Ihre Kundenstruktur entwickelt?
Pankoke: Traditionell liefern wir zu einem großen Teil an die Möbelbranche. Das Bild hat sich im Laufe der letzten zehn bis 20 Jahre allerdings gewandelt. Während wir früher viele Möbelhersteller als Kunden hatten, so sind es heute eher die größeren Holzwerkstoffkonzerne wie zum Beispiel Pfleiderer. Im Bereich Kunststoff sind es Kunden, die unsere Pressen für die Herstellung von PVC-Fußböden sowie flachen, teils faserverstärkten Kunststoffhalbzeugen und anderen Belägen benötigen. Auch im Bereich flacher Metalloberflächen haben wir einige Kunden – bei diesen Maschinen geht es z.B. um Blechlackierungen, u.a. die Lackierung von gestanzten Blechen für Generatoren.

Unternehmeredition: Inwieweit spüren Sie die Rezession in der Eurozone, und wie sehen Sie Ihre Wachstumschancen?
Pankoke: Auch wir spüren natürlich die Euro-Rezession, insbesondere was Spanien und Italien angeht – da passiert momentan auftragsmäßig überhaupt nichts. Aber wir können das durch das Wachstum mit unserem Digitaldruck auffangen. Rückblickend konnten wir beim Umsatz in den letzten drei Jahren um etwa 15% jährlich zulegen, nachdem wir 2009 einen Umsatzeinbruch um 30 Prozent% mussten. Unser Exportanteil schwankt natürlich von Zeit zu Zeit, liegt aber im Wesentlichen zwischen 50 und 70%. Davon geht ein großer Teil in unsere Nachbarländer; wir liefern aber auch weltweit – bis nach Asien und Südamerika. In den nächsten Jahren wollen wir weiter mit ca. 10 bis 15% p.a. wachsen.

Unternehmeredition: Herr Dr. Pankoke, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Bernd Frank.
redaktion@unternehmeredition.de

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