Mabeg Systems GmbH: Zulieferer für grafischen Maschinenbau wagt Neuanfang mit Beteiligungsgesellschaft

Als Spezialmaschinenbauer für die grafische Industrie wurde die Mabeg Systems GmbH (damals noch unter anderem Namen) in der Finanz- und Wirtschaftskrise schwer von Auftragseinbrüchen getroffen und musste Anfang 2009 Insolvenz anmelden. Nun übernahm das Management zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Prolimity das Unternehmen.

Als Spezialmaschinenbauer für die grafische Industrie wurde die Mabeg Systems GmbH (damals noch unter anderem Namen) in der Finanz- und Wirtschaftskrise schwer von Auftragseinbrüchen getroffen und musste Anfang 2009 Insolvenz anmelden. Nun übernahm das Management zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Prolimity das Unternehmen.

Krise und hausgemachte Probleme
Seit 60 Jahren entwickelt die im hessischen Mörfelden-Walldorf ansässige Mabeg Maschinen zum Papiertransport, sogenannte Bogenanleger, Rollenschneider und modulare Inspektions- und Drucksysteme. „Wir konstruieren und montieren, aber produzieren nicht selbst“, erklärt Michael Grübel, seit November 2008 bei Mabeg und mittlerweile geschäftsführender Gesellschafter. Die Kunden sind vorwiegend Maschinenbauer aus der grafischen Industrie – eine Branche, die in der Krise stark geschwächt wurde. „So hatten wir in den letzten zwei Jahren Auftragseinbrüche von jeweils 50%“, so Grübel. Hinzu kamen hausgemachte Probleme: Die Firma hatte in guten Jahren keine Eigenkapitalbasis aufgebaut, die Lager waren stets mehr als nötig gefüllt und eine chinesische Tochtergesellschaft wurde komplett aus dem Cashflow der deutschen Mutter finanziert. Als dann die Finanzierungen der Banken Anfang 2009 zeitgleich ausliefen, reduzierten diese ihre Engagements angesichts der schlechten Zahlen von 2008. Die Kurzarbeit ab Januar 2009 brachte auch keine Rettung mehr – am 07. April 2009 musste Insolvenz beantragt werden.

Beteiligungsgesellschaft wird aufmerksam
Von da an gingen sämtliche Aufträge, Rechnungen und Auszahlungen über den Tisch des Insolvenzverwalters, die Belegschaft wurde von rund 80 Mitarbeitern auf aktuell 39 reduziert. Dann jedoch wurde eine Frankfurter Beteiligungsgesellschaft hellhörig: Die junge Prolimity GmbH war auf der Suche nach einem geeigneten Investment, Gründungspartner Bernd Sexauer gefiel Mabeg sofort. „Die Insolvenzverwaltung mussten wir jedoch erst überzeugen, dass wir keine Leichenfledderer sind und das Unternehmen nicht zerschlagen wollen.“ Beim Management jedoch stießen sie auf offene Ohren. Jens Gebel, zu dem Zeitpunkt zweiter Geschäftsführer, und der damals noch kaufmännische Leiter Michael Grübel waren von der Idee, gemeinsam mit Prolimity einen Management Buy-out zu wagen, begeistert – „ich sah darin eine riesige Chance“, so Grübel.

100%-Übernahme durch Asset Deal
Kurz vor Weihnachten war man schließlich handelseinig: Rückwirkend zum 1. November 2009 übernahm Prolimity in Form eines Asset Deals Wirtschaftsgüter und das vorhandene Personal zu 100%. Gebel und Grübel beteiligten sich mit einer qualifizierten Minderheit von mehr als 25%. „Dass wir den Zuschlag bekamen, lag vornehmlich daran, dass wir ein schlüssiges und durchfinanziertes Gesamtkonzept vorlegten und als einzige bereit waren, die Belegschaft komplett zu übernehmen“, erläutert Sexauer. Die neuen Eigentümer haben sich vorgenommen, dieses Jahr in die schwarzen Zahlen zurückzukehren. „Da das Produktprogramm technisch ausgereift ist, konzentrieren wir uns auf die Optimierung des Vertriebs, wo bisher nur auf eingefahrene Kundenstämme gesetzt wurde“, so Sexauer. Etwa drei bis fünf Jahre plant er üblicherweise mit an Bord zu bleiben, danach sei ein Verkauf an einen Wettbewerber, Kunden oder anderen Finanzinvestor vorstellbar. Jedoch: „Die mehrheitliche Übernahme durch das Management wäre unser aller Wunschszenario.“

Esther Mischkowski
mischkowski@unternehmeredition.de

Kurzprofil: Mabeg Systems GmbH
Gründungsjahr: 1946
Branche: Spezialmaschinenbauer
Unternehmenssitz: Mörfelden-Walldorf/Hessen
Mitarbeiter: 39
Umsatz 2009: k.A.
Internet: www.mabeg-systems.de