Liquidität durch gebrauchte Maschinen

In Maschinen und Anlagen ist Kapital gebunden. Auf Basis des Anlagenwerts kann die Finanzierungsform Sale & Rent Back, die Mietkaufvariante des Sale & Lease Back, für das Unternehmen aber dieses Kapital in Liquidität umwandeln. Die Zimmermann Formenbau GmbH in Hessen hat dies mit dem Finanzierungspartner Nord Leasing GmbH getan.

„Großauftrag aus Russland“

Interview mit Uwe Kreuter, Geschäftsführer Deutschland der Zimmermann Formenbau GmbH

Unternehmeredition: Herr Kreuter, wie kamen Sie auf das Sale & Rent Back-Verfahren?

Uwe Kreuter Zimmermann Formenbau GmbHKreuter: Die Empfehlung kam von unserer Hausbank, die uns auf das Finanzierungsangebot der Nord Leasing hinwies. Wir hatten vorher noch nie eine Sale & Rent Back-Finanzierung gemacht. Bis Ende 2012 gehörten wir zu einem japanischen Konzern, aus dem wir uns gerade herauslösten. In dieser Restrukturierungsphase im ersten Halbjahr 2013 war eine Bankfinanzierung schwer darstellbar. Zudem mussten wir einen Großauftrag aus Russland vorfinanzieren. Das Sale & Rent Back schien uns in dieser Phase genau das richtige Mittel zu sein, um die nötige zusätzliche Liquidität zu generieren, ohne Gesellschaftsanteile abgeben oder zusätzliche Sicherheiten stellen zu müssen.

Wofür verwendeten Sie die freigewordenen Mittel?

Wie gesagt befanden wir uns in einer Umstrukturierung, in der wir auch die Weichen für mehr internationales Wachstum – etwa nach Russland, China und Portugal, wo wir jeweils eigene Niederlassungen haben – stellen wollten. Zudem war die Finanzierungsspitze aus dem russischen Großauftrag abzudecken. Der Auftrag über die Lieferung von Werkzeugen, Maschinen etc. an den führenden Fahrzeugproduzenten in Russland hatte ein Volumen von rund 7 Mio. EUR.

Welches Wachstum streben Sie an, was sind Ihre weiteren Pläne?

Mit unserem Umsatz lagen wir 2013 mit 25 Mio. Euro auf Vorjahresniveau, der Auftragseingang lag aber 35 Prozent über Plan. Aufgrund der Projektlaufzeiten von meist zwischen sechs und neun Monaten bei größeren Werkzeugen kommt dies oft erst mit einem halben Jahr Verzögerung bei Umsatz und Profitabilität an. Wir erwarten also für 2014 einen deutlich erhöhten Umsatz, und in den nächsten drei Jahren wollen wir insgesamt auf etwa 33 Mio. Euro kommen. International sehen wir großes Potenzial und möchten in den USA einen Partner finden. Auch technologisch wollen wir uns weiterentwickeln, etwa in der Roboterpolitur von Spritzgusswerkzeugen, die eine höhere Polierqualität bringen. Hier arbeiten wir seit einem Jahr in einem Projekt mit dem Fraunhofer-Institut zusammen.

Vielen Dank für das Gespräch.