Die Hans Lingl Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG ist seit mehr als 75 Jahren in Familienbesitz. Die Weltwirtschaftskrise brachte das Unternehmen an den Rand des Abgrunds. Nach erfolgreicher Restrukturierung mit Schutzschirmverfahren befindet sich Lingl jetzt aber wieder auf Erfolgskurs und weiterhin in Familienhand.

„Durch die Differenzierung haben wir Sicherheit“

Interview mit Andreas Lingl, Gesellschafter der Hans Lingl Anlagen und Verfahrenstechnik GmbH und Co. KG

Unternehmeredition: Welchen Anteil am Unternehmenserfolg haben die neuen Säulen jetzt und wie groß soll er zukünftig sein?


Andreas Lingl/Lingl Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG (© privat)
Andreas Lingl (© privat)

Lingl: Im Grunde will man die Anteile natürlich gleichmäßig verteilt haben, und das ist auf lange Sicht auch sicherlich das Ziel. Im Moment macht der Umsatz aus den neuen Geschäftsfeldern zwischen zehn und 15 Prozent des gesamten aus. Sich neue Märkte zu erschließen ist harte Arbeit, vor allem weil wir uns im Projektgeschäft befinden. Durch Schwankungen ist symmetrisches Wachstum sehr schwierig. Wichtig ist es, auf Entwicklungen eingestellt zu sein und seine Visionen in Nuancen anpassen zu können. Durch die Differenzierung haben wir diese Sicherheit jetzt.

Lingl ist für die Zukunft also sicher aufgestellt?

Nur wer Stabilität und Kontinuität hat, kann auf der einen Seite attraktive Leute halten und auf der anderen wichtige Kunden binden. Unsere Vier-Säulen-Struktur spielt dabei eine große Rolle. Wir wollen gute Qualität effizient und profitabel zur Verfügung stellen. So schaffen wir es auch, die Zahlungen, die der Insolvenzplan vorschreibt, zu erfüllen.

Wie fungieren Sie als Gesellschafter in Ihrer neuen Position?

Wir Gesellschafter sind jetzt nicht mehr ganz so stark im operativen Tagesgeschäft, und das ist gut so. Denn dadurch können wir unseren Fokus viel stärker auf die strategischen und langfristigen Belange legen, wofür im turbulenten Umfeld einer großen Firma, wie es unsere ist, ansonsten viel zu wenig Zeit bleibt.

Vielen Dank für das Gespräch.