Alexander Zill, 42, und sein sechs Jahre älterer Bruder Jochen haben die Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG in den letzten Jahren sukzessive von ihrem Vater Wilfried Zill übernommen. Die gesetzlichen Vorgaben bei einer Unternehmensfolge in puncto Lohnsumme und Beschäftigtenzahl tangiert sie wenig. Die beiden Brüder wollen den Umsatz ohnehin verdoppeln. 

Interview mit Alexander und Jochen Zill, Geschäftsführer und Gesellschafter der Dresdner Lackfabrik GmbH & Co. KG

Unternehmeredition: Sie haben den Prozess der Unternehmensnachfolge seit 2006 sehr langfristig geplant. Dennoch können Sie bis heute noch nicht sagen, dass er endgültig abgeschlossen ist.

Alexander Zill/Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG (© privat)
Alexander Zill (© privat)

Alexander Zill: Innerhalb der Familie schon. Die Aufgaben sind zwischen mir und meinem Bruder klar verteilt, und unser Vater kann sich auch noch mit seinen Ideen und seinem Wissen einbringen.

Jochen Zill: Das Problem ist, dass die Finanzbehörden noch nicht abschließend darüber befunden haben.

Inwiefern?

Jochen Zill: Wir wollten gemeinsam mit unseren Wirtschaftsprüfern auf Nummer sicher gehen. Zunächst wurden 80 Prozent der Anteile im Rahmen der vorgezogenen Erbschaft an mich übertragen. Die restlichen 20 Prozent habe ich regulär gekauft und darauf entsprechend Steuern gezahlt. Den gesamten Transaktionsprozess haben wir intensiv mit den Finanzbehörden kommuniziert. Dennoch gilt bis heute: unter Vorbehalt der Nachprüfung.

Alexander Zill: Im Gegenzug habe ich auf mein Erbe verzichtet. Damit habe ich mich gesetzeskonform verhalten, um zu gewährleisten, dass wir ein Familienunternehmen bleiben und dass wir die Aufbauleistung unseres Vaters weiterführen können.

Wie könnte Abhilfe geschaffen werden?

Jochen Zill: Die Mitarbeiter in den Finanzämtern machen einen guten Job, ohne Frage. Aber die Kommunikation zwischen den einzelnen Ämtern, wie in

Jochen Zill/Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG (© privat)
Jochen Zill (© privat)

unserem Fall zwischen Halle in Sachsen-Anhalt und Dresden in Sachsen, könnte besser sein.

Alexander Zill: Unser Eindruck ist, dass die Vorgaben aus dem Bundesfinanzministerium präziser sein könnten. Auch, was eine mögliche Reform des Erbschaftsteuergesetzes betrifft. Deswegen haben wir unsere Unternehmensnachfolge auch noch vor der letzten Wahl im Jahr 2013 durchgezogen, weil wir nicht wussten, wie die Reform des Erbschaftsteuerrechtes im neuen Kabinett aussehen würde. Jetzt warten wir noch auf den abschließenden Bescheid der Finanzbehörde.

Vielen Dank für das Gespräch.