Alexander Zill, 42, und sein sechs Jahre älterer Bruder Jochen haben die Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG in den letzten Jahren sukzessive von ihrem Vater Wilfried Zill übernommen. Die gesetzlichen Vorgaben bei einer Unternehmensfolge in puncto Lohnsumme und Beschäftigtenzahl tangiert sie wenig. Die beiden Brüder wollen den Umsatz ohnehin verdoppeln. 

„Damit waren wir erstmals als inhabergeführtes Unternehmen in Dresdner Hand“, so Wilfried Zill. Ein Jahr später firmierte das Unternehmen unter der Dachmarke „novatic“. Wenig später bot sich die Gelegenheit, im sachsen-anhaltinischen Halle eine Fabrik für Baufarben zu übernehmen. An dieser Stelle kam der ältere Bruder Jochen ins Spiel, der in der Stadt wohnte. Er kaufte den Hallenser Betrieb. „Ich hatte damals zwar mein eigenes Unternehmen, das sich mit dem Vertrieb und der Installation von Telekommunikationsanlagen beschäftigte“, so Jochen Zill. „Aber das hier war noch einmal eine Nummer größer und ausbaufähiger.“

Wachstum auf internationalen Märkten

Damit waren dann auch die Weichen für eine spätere Übernahme durch die beiden Söhne gestellt. Das Werk wurde international ausgerichtet. In mittlerweile 53

Lager bei novatic (© Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG)
Lager bei novatic: Die beiden Brüder wollen den Umsatz verdoppeln. (© Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG)

Länder wird über die Hälfte des Jahresumsatzes exportiert. Gleichzeitig wurde die Produktion auf die fünf Standbeine Korrosionsschutz, Bautenschutz, Industrielacke, Autolacke und Baufarben ausgeweitet. Im tschechischen Teplice und dem indischen Pune unterhalten die Dresdner eigene Produktionsstätten im Ausland. Den Prozess der Übergabe der Gesellschaftsanteile gingen sie behutsam an, um die Liquidität des Unternehmens nicht zu gefährden. Die Auflagen durch das Erbschaftsteuerrecht, sieben Jahre lang die Arbeitsplätze und Lohnsummen zu erhalten, sehen die Brüder gelassen. „Wir wollen ohnehin in dieser Zeit den Umsatz, den wir heute haben, verdoppeln.“ Vater Zill redet den Söhnen nicht mehr ins operative Geschäft hinein und kümmert sich stattdessen um die Patente und Schutzrechte des Unternehmens. Denn damit es glänzt und schnell trocknet, ist ein komplexer Entwicklungsprozess vonnöten. „50 Prozent unserer Lacke sind jünger als zwei Jahre“, so Zill senior.

Kurzprofil Dresdner Lackfabrik novatic GmbH & Co. KG

 Gründungsjahr 1990
 Branche Lacke und Farben
 Unternehmenssitz  Dresden
Umsatz 2015 38,1 Mio. Euro
 Mitarbeiterzahl 250

www.novatic.com