Finanzierung durch einen Autozulieferer

Bald waren sich Böbel und Marquardt einig. In Starnberg, dem Sitz von Torqeedo, wurde das Unternehmen Compound Disk Drives GmbH (CDD) gegründet – an einem Standort mit „geballter Elektromotoren-Kompetenz“, wie Böbel sagt. Mitstreiter fand er in Søren Hein, dem heutigen CEO von CDD, der zuvor Partner bei Doughty Hanson Technology Ventures war und den er aus seinen Infineon-Zeiten kannte, sowie in Joseph Schnöll, einem Luftfahrt- und Industrie-Ingenieur, der langjährige Erfahrungen aus der Beratung der Automobilindustrie mitbrachte. Er war mit solchen Motorenkonzepten bereits vertraut und ist heute bei CDD für das Business Development zuständig.
Böbel und Hein war allerdings von vornherein klar, dass in diesem Fall andere wirtschaftliche Wege zu beschreiten sein würden und dass nicht, wie bei Torqeedo, die Endverbraucher, auch nicht die OEMs, sondern die Zulieferer die entscheidende Rolle bei der Marktdurchsetzung dieser Innovation spielen würden. Tatsächlich konnten sie einen solchen von der Idee überzeugen – sogar einen der großen, international bedeutenden Automobilzulieferer. Zwei von dessen Vorständen haben sich der Sache offenbar auf recht unbürokratische Weise angenommen: Ihr Unternehmen engagiert sich mit einem ansehnlichen einstelligen Millionenbetrag. So ist es gelungen, die junge Firma von ihrer Gründung an komplett mit Entwicklungsaufträgen zu finanzieren.

Cofinanzierung durch ein Family Office

Weitere finanzielle Unterstützung kam durch die Vermittlung der Investmentbank FCF Fox Corporate Finance GmbH hinzu, die mittelständische Unternehmen sowie schnell wachsende Hightech-Firmen bezüglich Finanzierungstransaktionen mit institutionellen Investoren sowie Family Offices und vermögenden Privatpersonen berät. Sie konnte ein Family Office gewinnen, dem die Neuheit ebenfalls ein Investment wert ist.