Erfolgreiche Nachfolgeregelung mit Private Equity

Gemeinsam mit geballter Kraft vorwärts!“
Interview mit Thomas Gabathuler, CEO, Toga Food SA

Unternehmeredition: Welche Motive hatten Sie, ein Beteiligungsunternehmen als Investor mit ins Boot zu holen?
Gabathuler: Im vergangenen Jahr hat sich mein Vater als Präsident des Verwaltungsrates aus dem Unternehmen endgültig zurückgezogen und ging in Pension, nachdem er schon 2003 die Geschäftsführung abgegeben hatte. Neben ihm war auch meine Schwester in Teilzeit im Unternehmen tätig. Meine Mutter hatte die Firma da bereits verlassen. Mir war es wichtig, zu diesem Zeitpunkt und auf einen Schlag eine klare Nachfolgeregelung zu treffen und die Mitglieder der Familie auszuzahlen. Das dafür notwendige Kapital hätte ich jedoch nicht über Banken akquirieren können. So fiel die Wahl auf das Modell Private Equity.

Unternehmeredition: Ihre ersten Erfahrungen mit Private Equity waren nicht die besten.
Gabathuler: Es gab neben der durch Orlando beratenen SSVP in der Tat weitere interessierte Investoren. Deren finanzielle Vorstellungen waren für uns jedoch nicht realisierbar. Zudem fehlte ihnen die praktische Erfahrung eines Unternehmers. Klassische „Consultants“, die mal eben eine Firma führen wollen, hätten uns nicht weitergeholfen. Uns war die praktische Erfahrung der Investoren wichtig. Bei anderen Investoren wären wir im Portfolio aber nur eine Nummer unter vielen gewesen. Entscheidend war mein Bauchgefühl. Und das hat bei den anderen Investoren am Ende gesagt: „No Deal!“

Unternehmeredition: Welche strategischen und operativen Ziele haben Sie sich gemeinsam mit den Investoren gesetzt und welche konnten Sie erreichen?
Gabathuler: Zu Beginn standen verschiedene Maßnahmen der internen Optimierung. So haben wir beispielsweise die Rentabilität unserer 6.000 Palettenplätze überprüft und uns auch von einigen nicht rentablen Produkten aus unserem Sortiment getrennt. Wir haben gemeinsam analysiert, wie wir unsere Marktposition stärken, neue Bereiche erschließen und unser Geschäft ausbauen können. Alle beteiligten Personen werden aktiv in solche Überlegungen einbezogen, beispielsweise im Rahmen eines Workshops mit unseren Verkaufsverantwortlichen. Nur gemeinsam können wir mit geballter Kraft vorwärts kommen. Dazu zählt auch, dass wir möglichen Krisen vorzeitig vorbeugen und uns schon in erfolgreichen Jahren die Frage stellen: „Was wäre wenn?“

Unternehmeredition: Herr Gabathuler, vielen Dank für das Gespräch!

Artikel und Interview: Holger Garbs
redaktion@unternehmeredition.de

Kurzprofil: Toga Food SA
Gründungsjahr: 1981
Branche: Lebensmittel Import, Back- und Süßwaren
Unternehmenssitz: Wangen an der Aare, Schweiz
Mitarbeiterzahl: ca. 20
Umsatz 2010/2011: ca. 40. Mio. CHF/ca. 33 Mio. EUR
Internet: www.togafood.ch