Einer besitzt, einer bestimmt

Michael Hetzer hat vor einem Jahr seine Anteile am Sensorhersteller Elobau auf eine Doppelstiftung übertragen. Damit fördert er Integration, Bildung und Umweltschutz. Das Unternehmen bleibt dadurch eigenständig, aber nicht familiengebunden.

„Wir achten darauf, Projekte nicht nach dem Gießkannenprinzip zu fördern“

Interview mit Peter Aulmann, Vorsitzender der Elobau Stiftung

Unternehmeredition: Herr Aulmann, Sie führen die Geschäfte bei der Elobau Stiftung und entscheiden mit den anderen Mitgliedern des Vorstands, was gefördert wird. Nach welchen Kriterien gehen Sie dabei vor?

Aulmann: Wir wollen im Idealfall neben dem finanziellen auch einen inhaltlichen Beitrag innerhalb der Projekte leisten und nicht nur Mittel bereitstellen. Deshalb haben wir die meisten unserer bisherigen Projekte auch selbst initiiert. Der Stifterwille ist es, Vorhaben zu ermöglichen, die es ohne die Förderung durch die Stiftung nicht geben würde. Einen festen Verteilungsschlüssel zwischen unseren drei Stiftungszwecken verfolgen wir dabei nicht. Es kann also sein, dass in einem Jahr mehr Geld in den Bereich Bildung fließt und im nächsten Jahr mehr Mittel in Projekte, welche die Integration oder die Umwelt fördern.

Wie schärft eine Stiftung mit mehreren Stiftungszwecken ihr Profil?

Wir achten darauf, Projekte nicht nach dem Gießkannenprinzip zu fördern. Vielmehr versuchen wir, innerhalb der drei Kernbereiche Schwerpunkte zu setzen: Bei der Integration ist das die Integration in den Arbeitsmarkt, bei der Bildung die individuelle Potenzialentfaltung von Schülern und im Bereich Umwelt etwa die Grünlandaufwertung und Artenvielfalt. Das lässt sich nicht immer trennscharf einhalten, ist als Grundidee aber wichtig, um Antragstellern Leitlinien zu geben.

Welcher Anteil des Stiftungskapitals kommt tatsächlich dem guten Zweck zu und wie viel fließt in den laufenden Betrieb?

In diesem ersten Stiftungsjahr werden sich unsere Verwaltungskosten aufgrund der Aufwendungen für die Stiftungserrichtung und für infrastrukturelle Ausstattung auf etwa 20 Prozent belaufen. Unser Zielwert für die Zukunft liegt bei einer Zahl knapp unter zehn Prozent. Das ist realistisch, nicht nur, weil im zweiten Jahr nicht mehr so viele einmalige Kosten anfallen, sondern auch, weil wir im laufenden Betrieb möglichst geringe Kosten verursachen wollen.


Kurzprofil elobau GmbH & Co. KG

Gründungsjahr 1972
Branche Sensortechnik
Unternehmenssitz Leutkirch im Allgäu
Umsatz 2016
84,3 Mio. Euro
Mitarbeiterzahl ca. 800

www.elobau.com

 

Autorenprofil

Felicitas Wilke ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule und schreibt als Autorin für die Unternehmeredition.

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