„Wir suchen Firmen, die Megatrends forcieren“

Aktiv im Motorsport: Schlemmer ist Sponsor des Red Bull KTM Teams bei der Rallye Dakar 2017
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Mit ihrem britischen Investor 3i hat sich die Schlemmer Group hohe Wachstumsziele gesetzt. Wie sie diese erreichen will, warum der US-amerikanische Markt trotz Trump interessant ist und weshalb Hersteller von Benzinpumpen nicht auf der Kaufliste stehen, erklärt CEO Josef Minster.

Herr Minster, die Schlemmer Group war in den vergangenen Jahren auf Wachstumskurs. Warum verkauften der Finanzinvestor Hannover Finanz und die Familie Mackprang die Anteile an den britischen Finanzinvestor 3i?

Es gab lange und intensive Diskussionen, ob der bisherige Investor verkauft. Letztlich sind wir zum Entschluss gekommen, dass Hannover Finanz zur weiteren Entwicklung des Unternehmens nicht mehr das beisteuern kann, was sie in den vergangenen Jahren geleistet hat.

Bis in die 60er-Jahre gehörte Schlemmer dem Gründer. Sukzessive stieg dann die Familie Mackprang ein. Nach dem Tod des jüngeren Bruders kam die Hannover Finanz als Investor an Bord. Warum?

Weil es keine Nachfolger gab, die in das Unternehmen eintraten, und eine Stiftung letztlich scheiterte. Über eine Kapitalerhöhung ist letztlich der Finanzinvestor als Mehrheitsgesellschafter eingestiegen.

Was macht der angelsächsische Investor anders?

Im Gegensatz zu Hannover Finanz ist 3i aktiver im Beirat involviert. Unser Management hat nicht mehr nur eine Reporting-Funktion, sondern spricht mit dem Investor auch über strategische Dinge. Dieser versteht sich als aktiver Partner, der also nicht nur Geld reinsteckt. 3i will mitgestalten, ohne operativ tätig zu werden. International ist der Investor zudem sehr erfahren. Vor allem im Ausland planen wir künftig mit einem starken Wachstum.

Was heißt das konkret?

Aktuell erwirtschaften wir einen konsolidierten Nettoumsatz von 298 Mio. Euro. Jetzt wollen wir jedoch den nächsten Schritt gehen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 operativ auf 500 Mio. Euro zu wachsen. Inklusive Übernahmen sollen die Erlöse bis dahin auf eine Mrd. Euro klettern. Vor allem müssen wir in der Lage sein, die Unternehmen dann in unsere Gruppe zu integrieren. Dafür braucht es einen Gesellschafter, der mit solchen Transaktionen Erfahrung hat. Einen, der, wenn es notwendig ist, auch tief in die Tasche greifen kann.