Die Hirschvogel Automotive Group hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Milliardenkonzern entwickelt. Der CFO der Gruppe Dr. Alfons Hätscher erklärt, welche Faktoren dafür ausschlaggebend waren und warum sich Wachstum konsolidieren wird. 

Die Automobilbranche scheint sich gerade in einem Wandel zu befinden, begleitet vom Dieselskandal und der Forderung nach mehr Elektrofahrzeugen. Sehen Sie auch Hirschvogel in einem Prozess der Umstrukturierung?

Nein, eine Umstrukturierung im eigentlichen Sinne sehe ich nicht. Wir rechnen mit weiterem Wachstum in unserem angestammten Geschäft, auch beim Verbrennungsmotor und speziell beim Dieselmotor. Man kann eher sagen, dass wir uns im Vergleich zu früher breiter aufstellen und mehrgleisig fahren werden, um auch die Chancen des E-Antriebs zu nutzen. Daneben sehen wir im sogenannten Off-Highway-Bereich neue Geschäftsmöglichkeiten, etwa bei Landmaschinen oder Baufahrzeugen.

Sie haben seit Kurzem eine eigene Beteiligungsgesellschaft mit dem Namen Ceravis. Welches Ziel verfolgen Sie damit?

Ceravis ist der Investmentarm der Gesellschafter der Hirschvogel Automotive Group. Ceravis wurde gegründet, um stärker mit Start-ups zusammenzuarbeiten. Dabei geht es einerseits um den Erwerb von Beteiligungen, andererseits aber auch um gemeinsame Projekte mit der Automotive Group bei innovativen Technologien, wie zum Beispiel Augmented Reality, neue Materialien, Sensorik oder additive Fertigung.

Unter fogendem Link finden Sie einen Bericht über die Industrie 4.0-Strategie von Hirschvogel.


Zur Person

Dr. Alfons Hätscher ist seit 2012 CFO bei der Hirschvogel Automotive Group aus dem bayerischen Denklingen nahe Landsberg am Lech. Vorher war er bereits bei mehreren Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie als Finanzfachmann beziehungsweise Leiter Finanzen aktiv. Der Automobilzulieferer Hirschvogel wurde 1938 gegründet und hat sich auf massivumgeformte und weiterveredelte Komponenten aus Stahl und Aluminium spezialisiert. Heute vereinen sich unter dem Konzerndach neun Werke in den wichtigsten automobilen Märkten. Die Gesellschafteranteile liegen zu 62 Prozent bei den Familien Hirschvogel/Britzger, die beide im fünfköpfigen Beirat vertreten sind, sowie zu 38 Prozent bei der Frank Hirschvogel Stiftung (gegründet 2007). Hirschvogel hat in den vergangenen Jahren ein jährliches Wachstum jenseits von zehn Prozent erzielt und erwirtschaftete 1,17 Mrd. Euro im Jahr 2017. Im Konzern arbeiten weltweit 5.300 Mitarbeiter.

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