„Die Wiesn ist unser Prestige-Projekt“

Wiesn-Schmankerl: Auf den meisten Tellern ist Burgis mit seinen Knödeln vertreten.
Wiesn-Schmankerl: Auf den meisten Tellern ist Burgis mit seinen Knödeln vertreten.

Das Unternehmen Burgis ist der größte Knödel-Produzent auf der Wiesn. Damit hat der Familienbetrieb anderen Herstellern den Rang abgelaufen, seit er vor sechs Jahren seine Geschäftsstrategie änderte. Um überhaupt zum Lieferanten zu werden, suchte sich Timo Burger eine Hintertür.

Herr Burger, für das aktuelle Oktoberfest haben Sie zusammen mit dem Fernsehkoch Andreas Geitl den Holledauer-Knödel entwickelt. Gibt es von Ihnen auch einen Menü-Tipp?

Nein, da haben wir keinen Einfluss drauf. Unseren Knödel gibt es zu Schweinsbraten, Schweinhaxn oder, ganz wichtig, Ente. Dazu gibt es dann die entsprechenden Soßen. Aber das entscheiden die Wiesn-Wirte beziehungsweise Küchenchefs alleine. Wir machen „nur“ die Beilage und die muss zum Hauptgericht passen. Deshalb machen wir eben keinen Standard-Knödel, sondern entweder einen mit Majoran, mit Brotwürfeln oder eben den Holledauer-Knödel mit einer Brezn-Kraut-Füllung.

Der Holledauer-Knödel: mit urbayerischen Spezialitäten wie Brezn und Kraut gefüllt. (© Burgis)
Der Holledauer-Knödel: mit urbayerischen Spezialitäten wie Brezn und Kraut gefüllt. (© Burgis)

Sind Sie persönlich auch während der Wiesn vor Ort und machen erste Kundenbefragungen?

Ganz klar. Ich bin schon vor der Wiesn vor Ort und besuche die Küchenchefs und Wirte. Während der Wiesn tauschen wir uns ständig aus. Wenn ich mal privat im Festzelt bin, frage ich die Leute natürlich auch. Der Holledauer Knödel kam bisher durchweg gut an.

Es ist nicht ihr erstes Jahr als Wiesn-Lieferant. Wie kam es zu dem Zusatzgeschäft?

Wir sind vergleichsweise neu dabei, heuer zum fünften Mal.  Es war mein Anspruch, auf der Wiesn als größtes Aushängeschild bayerischer Kultur vertreten zu sein.  Es war ganz wichtig, die Entscheider zu finden, was gar nicht so einfach ist, weil gerade die Wiesn-Wirte sehr scheu sind. Danach haben wir uns den Prozess angeschaut beziehungsweise die Logistik. Hier konnten wir mit unserer Idee einer verpackungslosen Lieferung mittels Tablettwägen punkten. Wir haben das vom Kreisverwaltungsreferat prüfen lassen. Mit diesem Wettbewerbsvorteil haben wir die ersten Wirte für uns gewinnen können. Mittlerweile beliefern wir mehr als zehn Zelte und produzieren damit ungefähr drei Viertel aller Wiesn-Knödel.

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