Auf dem Podium: Karl Ulrich, Geschäftsführer, Süddeutscher Verlag, Wolfgang Henseler, Professor für digitale Medien, Karoline Bader, CFO, Parkpocket und Markus Beumer, Mitglied des Vorstands der Commerzbank (v.l.n.r). Jan Hofer moderierte.

Tradition trifft Transformation: Unter diesem Titel trafen sich 400 Firmenkunden der Commerzbank in der BWM-Welt, um über neue Geschäftsmodelle zu sprechen.

Den digitalen Wandel nahm die Commerzbank zum Anlass, um 4.000 mittelständische Unternehmen über deren Einschätzung zu befragen. In der BMW-Welt wurden die Ergebnisse der Mittelstandsstudie für 243 Unternehmen aus Oberbayern vorgestellt. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt hat der Mittelstand in dieser Region die Nase vorn: 23 Prozent der Unternehmen entwickeln bereits digitale Geschäftsmodelle. Fünf Prozent mehr als bundesweit.

In vielen Gesellschaften haben Roboter bereits Einzug erhalten. Exemplarisch zog Wolfgang Henseler, Professor für digitale Medien, auf der Bühne dann gleich mal seine Schuhe aus – sie kamen frisch aus einem 3D-Printer aus einer Pilotanlage von Adidas. Günstiger, sehr bequem und hoch technologisch – beschreibt Henseler die neue Entwicklung. Auf den Schuhsohlen sind Chips angebracht, die Daten des Trägers auswerten.

Steigender Personalbedarf

Dass sich das klassische Bankgeschäft in Zukunft ändern wird, davon ist auch Markus Beumer, Mitglied des Vorstands der Commerzbank, überzeugt. Viel stärker werden künftig andere Geschäftsfelder für Banken wichtiger. Warum sollte eine Bank nicht etwa die Liquiditätsplanung von Unternehmen übernehmen oder den Fintechs ernsthaft die Stirn bieten? Als erste Großbank entwickelte die Commerzbank mit „Main Funders“ eine sogenannte Peer-to-Peer-Plattform, auf der Kunden der Mittelstandsbank mit meist institutionellen Investoren zusammengebracht werden, um diese für eine Finanzierung zu gewinnen.

Wie sich Mobilität verändert und wie nützlich das sein kann, zeigte Karoline Bader, CFO, Parkpocket, auf. Mit ihrem Bruder entwickelte sie eine App, um freie Parkplätze zu finden oder günstig in einem Parkhaus zu parken. Sie ist überzeugt davon, dass die Digitalisierung eher zum Jobmotor als zum Jobkiller wird. Allerdings werden künftig andere Qualifikationen gefordert.

In Oberbayern, rechnen 48 Prozent der befragten Unternehmen mit einem steigenden Personalbedarf durch die Digitalisierung. 46 Prozent gehen davon aus, dass er gleichbleibend sein wird. „Dringend gebraucht werden allerdings qualifizierte Mitarbeiter“, sagt Marc Starzmann, Niederlassungsleiter der Commerzbank-Mittelstandsbank in München.

Dass Mensch und Technik nicht immer ganz zueinander passen müssen, zeigte Kabarettist Alfons. Er begleitete ein Seminar der Deutschen Bahn mit älteren Teilnehmern, bei einer Schulung an einem Automaten der Bahn. Die Lacher hatte er auf seiner Seite. Der Kauf einer Fahrkarte stellte sich als hohe Hürde heraus. Manchmal ist der Mensch als Berater eben doch nicht so unersetzlich.