Gegen die ganz Großen

Ricarda Kusch, Geschäftsführerin beim gleichnamigen Hersteller für Sitzmö
Kennt unternehmerische Verantwortung: Ricarda Kusch, Geschäftsführende Gesellschafterin des Möbelherstellers Kusch.

Immer härter wird der Kampf um die klügsten Köpfe. Auf der Konferenz der Familienunternehmen 2014 tauschten sich Unternehmer und Experten darüber aus, wie sich mittelständische Unternehmen gegen Konzerne zur Wehr setzen.

Sie heißen Siemens, Daimler und VW. Bei den Top-Absolventen deutscher Universitäten stehen diese Konzerne als Wunscharbeitgeber ganz oben. Doch was können Familienunternehmen tun, um es mit den mächtigen Dickschiffen auf aufzunehmen?

Das war eine der essentiellen Fragen auf der 9. Konferenz Familienunternehmen der WHU in Vallendar. Denn kaum ein Familienunternehmen ist nicht vom Fachkräftemangel betroffen. Der demographischer Wandel, eine höhere Erwartungshaltung der Arbeitnehmer und rückläufige Bewerbungen stellen mittelständische Unternehmen vor immer größere Herausforderungen. Das sieht auch Peri-Geschäftsführer Alexander Schwörer so: „Fachkräftemangel haben wir durchaus.“

Doch sorgt der Bauzulieferer mit einer Akademie, Sprach- und Projektmanagementkursen und einem Karrieretag dafür, sich Top-Leute zu sichern. In den vergangenen Jahren stellte er auch seine Personalabteilung deutlich stärker auf, um genau die Leute zu finden, die auch zum Unternehmen passen.

Auch für Ricarda Kusch, Geschäftsführerin beim gleichnamigen Hersteller für Sitzmöbel und Tische, war es nicht selbstverständlich, nach ihrem Studium in London und einem längeren Aufenthalt dort ins Sauerland zum Familienunternehmen zurück zu kehren. Bereut hat sie es allerdings nicht – auch wenn es einige Zeit brauchte, um sich wieder an das Leben auf dem Land zu gewöhnen. Mit anderen Unternehmen aus der Region wie Trilux oder Veltins arbeitet sie in Projekten zusammen, um für das Sauerland zu werben und High-Potenzials anzuheuern.

www.whu.edu

Autorenprofil

Tobias Schorr war von März 2013 bis Januar 2018 Chefredakteur der "Unternehmeredition". Davor war er für die Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien im Ressort Geld als Redakteur tätig. Von 2003 bis 2007 arbeitete er zunächst als Redakteur, dann als Ressortleiter beim Mittelstandsmagazin "Markt und Mittelstand". Sein Handwerk lernte er an der Axel Springer Journalistenschule.

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