Zahl der Unternehmensinsolvenzen geht zurück

Die Zeichen stehen auf Optimismus: Für 2014 erwartet Bürgel noch weniger Insolvenzen.

Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Brügel ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. 2013 waren 26.733 Firmen zahlungsunfähig, 9,7% weniger als noch im Vorjahr. Der Wert erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2004.

Für den erneuten Rückgang macht Brügel vor allem das positive konjunkturelle Umfeld verantwortlich. Da für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 1,7% vorausgesagt wurde, rechnet die Auskunftei mit einem weiteren Rückgang der Insolvenzen. Sie schätzt sie auf 26.200.

Doch Bürgel sieht auch Risiken, etwa in den weiterhin unsicheren Aussichten für einige Länder des Euro-Raumes. Und in einem Problem, das allerdings hausgemacht ist: der verschleppten Umstellung auf das europaweit einheitliche Zahlungssystem Sepa. „Es kann zu Beeinträchtigungen innerhalb der Liquiditätsversorgung bei den Unternehmen kommen, wodurch im schlimmsten Fall sogar eine Insolvenz droht“, so der Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin.

Die meisten Insolvenzen gab es in Nordrhein-Westfalen: 9.256, was angesichts der Firmendichte allerdings nicht verwunderlich ist. Gleichzeitig gingen hier die Insolvenzen mit 17,2% am stärksten zurück. Spitzenreiter beim Anstieg der Insolvenzen ist Hamburg: Hier gingen 907 Firmen pleite, ein Anstieg um 21,9%. Zugenommen haben die Insolvenzen auch in Berlin, Hessen und Sachsen-Anhalt.

Doch die Zahlen bergen auch ein ernüchterndes Ergebnis: Jedes vierte Unternehmen, das Insolvenz anmelden musste, war nicht älter als zwei Jahre. Sie bestätigen damit eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung in Bonn, wonach neugegründete Unternehmen mittelfristig nicht bestandsfähig sind. An den Insolvenzen 2013 hatten sie einen Anteil von 26,7%. Am häufigsten gehen Unternehmen des Kleingewerbes pleite, 2013 waren dies 39,3% aller Insolvenzen.

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