Sinkende Bedeutung von Fremdkapital

Gut vorgesorgt: Die meisten Unternehmen sitzen auf einem dicken Kapitalpolster.
Gut vorgesorgt: Die meisten Unternehmen sitzen auf einem dicken Kapitalpolster.

Die KfW belegt in einer aktuellen Unternehmensbefragung den gegenwärtigen Trend von der Fremd- zur Innenfinanzierung. An der Erhebung nahmen 26 Fach- und Regionalverbände der Wirtschaft teil.

Die Befragung wurde zum dreizehnten Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Branchen, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. Zentrales Ergebnis ist eine sich wandelnde Finanzierungssituation. Die Unternehmen beurteilen das Finanzierungsklima übergreifend noch positiver als in den Boomjahren vor der Wirtschaftskrise 2008/09. Damals hatten viele Unternehmen aufgrund von restriktiver Kreditvergabe Schwierigkeiten, finanzielle Engpässe durch klassisches Fremdkapital von Banken und Sparkassen zu überbrücken. Diese Erfahrung sorgt nun dafür, dass Bankkredite als Finanzierungsinstrument deutlich an Attraktivität verloren haben. Vielmehr sorgt die konjunkturell bedingt erhöhte Profitabilität und Eigenkapitalquote nun dafür, dass interne Mittel derzeit als beliebteste Finanzierungsquelle gelten.

Die Nachfrage nach Krediten nimmt generell ab und Kredite werden prozentual häufiger gewährt. Doch insbesondere kleine Unternehmen (weniger als 1 Mio. EUR Jahresumsatz) melden mit 28% beinahe viermal so häufig Schwierigkeiten beim Zugang zu dieser Finanzierungsform als Unternehmen mit über 50 Mio. EUR Umsatz. Fast genauso stark betroffen sind junge Unternehmen (jünger als 6 Jahre) mit 24%.

Weitere Kernaussgagen der Studie sind zahlreich durchgeführte Investitionen in Maßnahmen der Energieeffizienz (49% der befragten Unternehmen planten in den zurückliegenden drei Jahren entsprechende Aktivitäten) sowie eine überwiegend positive Bewertung des Unternehmensstandorts (60% der befragten Unternehmen sind mit ihrer Region zufrieden). www.kfw.de