Rente mit 63 bereitet Mittelständlern Sorge

Rüstiger Rentner: Was, wenn viele mit 63 in den Ruhestand gehen? (© PantherMedia/Viktor Cap)
Rüstiger Rentner: Was, wenn viele mit 63 in den Ruhestand gehen?

Das Bundeskabinett verabschiedete den Gesetzesentwurf für die Rente mit 63. Unternehmen bereitet das Sorgen. Das zeigt auch eine Studie der Unternehmensberatung Baumann.

Ende Januar verabschiedete das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Rente mit 63. Dem zufolge kann jeder Arbeitnehmer nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Frührente gehen. In rund 80% der mittelständischen Betriebe wird die Frühpensionierung voraussichtlich angenommen. Das ist ein Ergebnis der Studie „Personaltrends im deutschen Mittelstand 2014“ der Baumann Unternehmensberatung. Mittelständlern bereitet das erhebliche Personalsorgen – vor allem im Fachkräftebereich. Nieder schlagen sich diese im Baumann-Personal-Index (BPI), der positive als auch negative Einschätzungen über die aktuelle und künftige Lage saldiert. Der BPI deutet mit einem Wert von minus 25,1 Punkten auf eine Verschlechterung der Lage hin, mittelfristig rechnen über 70% der 201 befragten Mittelständler mit Problemen bei der Personalbesetzung.

Fachkräftemangel im Ingenieurs- und Technikbereich

90% der Unternehmen, die bereits jetzt Schwierigkeiten bei der Personalbesetzung haben, finden nur schwer Fachkräfte. Aufgrund nicht ausreichend qualifizierter Bewerber rechnen 96% davon auch künftig mit Personalengpässen. „Die Umfrageergebnisse sind Beleg für einen enormen Weiterbildungs- und Qualifizierungsbedarf“, betont Dr. Michael Faller, Geschäftsführer der Baumann Unternehmensberatung. Seiner Meinung nach fehlt es nicht an Arbeitskräften generell, sondern an den passend ausgebildeten. Es sei höchste Zeit gegenzusteuern: „Unternehmen sollten alles dafür tun, qualifizierte Mitarbeiter im Betrieb zu halten und weniger qualifizierte konsequent zu Führungskräften weiterzubilden.“

IT-Branche besonders stark betroffen

Während derzeit die meisten Mittelständler mit Personalsorgen in der Automobilbranche tätig sind, zeichnet sich eine Schwerpunktverlagerung in Richtung IT- und Telekommunikationsunternehmen ab. 85% der Unternehmen dieser Branche fürchten für die kommenden Jahre Fach- und Führungskräftemängel. Im Finanzsektor gehen rund 60% davon aus, in Zukunft mit diesen Problemen konfrontiert zu werden.