Viel Geld vorhanden: Unternehmensfinanzierung im Niedrigzins.
Geldanlage gesucht: Mittelständler haben Kapital und wollen dies gut verzinsen.

Mehr als 50 Prozent der mittelständischen Betriebe ist derzeit auf der Suche nach einer Geldanlage. Das geht aus einer Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Zusammenarbeit mit der Commerzbank hervor. Die Betriebe haben durchschnittlich einen Betrag von 4,7 Mio. Euro zur Verfügung, den sie gerne in Kapitalanlagen stecken würden. Als Grund für die Liquidität führen die Autoren die gute Geschäftslage sowie die Niedrigzinspolitik an. Außerdem erwarten die befragten Unternehmen laut Studie drei Prozent Gewinn, was den Anlagebetrag weiter erhöhen dürfte.


„Wir sehen immer mehr, dass sich mittelständische Unternehmen bei der Geldanlage in zwei Lager aufspalten.“

Martin Keller, Geschäftsbereichsleiter bei der Mittelstandsbank der Commerzbank


Während sich etwa ein Drittel der Befragten trotzt niedrigem Zinsniveau und neuen Guthabengebühren weiter stark sicherheitsorientiert verhält, sind rund 40 Prozent offen für risikoreichere Anlagen. Ähnlich sieht die Verteilung bei den Laufzeiten aus. Hier halten 22 Prozent wie bisher an kurzfristen Laufzeiten unter drei Monaten fest. Rund ein Drittel ist mittlerweile hingegen bereit, Liquidität für länger als ein Jahr anzulegen.

Pensionsverpflichtungen als kritischer Punkt

Entsprechend kommentiert Martin Keller, Geschäftsbereichsleiter bei der Mittelstandsbank der Commerzbank, die Studie: „Wir sehen immer mehr, dass sich mittelständische Unternehmen bei dem Thema in zwei Lager aufspalten: Etwa zwei Drittel suchen nach Anlagealternativen wie zum Beispiel Fremdwährungsanlagen oder Mulit-Asset-Fonds. Das andere Drittel hat sein Verhalten dagegen bisher kaum geändert.“

Als kritischen Punkt bennent die Studie erstmals die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen. Darüber verfügt immerhin jedes zweite befragte Unternehmen. Bei wiederum der Hälfte fehlt jedoch beim Deckungsbetrag noch Geld, im Schnitt ein Viertel der Ansprüche müssen noch finanziert werden. Gerade bei diesem Punkt sehen die Autoren ein flexibles Anlagenmanagement als probate Lösung an.

Die Befragung wurde von April bis Mai dieses Jahres durchgeführt. An ihr beteiligten sich über 150 Entscheider aus mittelständischen Betrieben. Zusätzlich führten die Studienleiter im Juni zehn Experteninterviews mit Enscheidern, Unternehmensberatern, Produktentwicklern und Kundenbetreuern.

 

Befragungsjahr Durchschnittliches
Anlagevolumen
2007 1,7
2009 0,1
2011
2,154
2013 3,126
2014 2,754
2015
5,916
2016 4,688

Quelle: FHM / Commerzbank