Mauerblümchen betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge: In der Kommunikation ist sie ein Randthema (© fotolia/imaginatio)
Betriebliche Altersvorsorge: In der Kommunikation ist sie ein Randthema.

Alle wissen, dass die staatliche Rente später einmal nicht mehr reichen wird. Die betriebliche Altersvorsorge gehört deshalb zu den wichtigsten privaten Vorsorgemöglichkeiten überhaupt. Doch viele Arbeitnehmer sind schlecht informiert. 

Mit einem Anteil von 46 Prozent ist die betriebliche Altersvorsorge die wichtigste Altersvorsorge-Leistung in Deutschland. Und ein großer Teil der Arbeitnehmer sieht sie als solche an: 42 Prozent wünschen sich, dass sie ihr Arbeitgeber bei der Altersvorsorge unterstützt. Bei den jüngeren Arbeitnehmern sind es sogar 46 Prozent. Das ist Ergebnis der Studie „Missverständnis bAV“ der Prüf- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 1.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer befragt wurden.

Doch die Unternehmen versäumen es, die betriebliche Altersvorsorge nach außen zu kommunizieren: 41 Prozent der Arbeitnehmer kannten die Vorsorgeleistung ihres Arbeitgebers nicht. Fast die Hälfte gab an, keine Informationen dazu zu erhalten. Je kleiner das Unternehmen, desto mehr fühlen sich Arbeitnehmer im Stich gelassen: Bei weniger als 50 Mitarbeitern gaben 70 Prozent an, keine Informationen dazu zu erhalten. In Konzernstrukturen waren es 29 Prozent. Dabei sind bAV-Leistungen ein wichtiger Teil des Employer Brandings: Für über 60 Prozent der jungen Arbeitnehmer hat betriebliche Altersvorsorge Auswirkungen auf ihre Stellenwahl. In der Reihe der Zusatzleistungen rangiert sie auf Platz zwei, direkt hinter den Weiterbildungsmöglichkeiten. „Unternehmen tun gut daran, bei der bAV auch ein gewisses Budget für die interne Vermarktung vorzuhalten“, so Jürgen Helfen, Experte für Altersversorgungssysteme bei PwC.

Doch auch die Arbeitnehmer sind in der Pflicht: Viele wissen gar nicht, dass es ihr Recht ist, Teile des Bruttogehalts steuerfrei in eine Altersversorgung zu stecken. 29 Prozent der Beschäftigten meinen, dass es die sogenannte Entgeltumwandlung in ihrem Betrieb nicht gebe. Bei kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern sind es sogar 40 Prozent. 75 Prozent der Befragten wären 100 Euro, die in eine Altersvorsorge gesteckt werden, lieber als 50 Euro Nettogehalt. Viele wissen allerdings gar nicht, wie sich die Entgeltumwandlung in ihrem Fall auswirken würde. Insgesamt legt nur ein Drittel der Befragten Teile ihres Bruttogehalts an. www.pwc.de

Vorheriger ArtikelSchwellenländer treten als Player auf
Nächster ArtikelStiftungen als Nachfolgelösung